Bio-Bauer statt Apotheke

Mit Obst und Gemüse gegen Entzündungen

Eine Entzündung im Körper entsteht, wenn das Immunsystem auf einen Reiz reagiert. Meist läuft sie unbemerkt ab und ist oft der Beginn unterschiedlichster Erkrankungen. Ein gesunder Lebensstil schützt nicht nur effektiv, sondern hilft zudem, bestehende Entzündungen zu heilen. Was bedeutet das? Bessere Lebensqualität, höhere Leistungsfähigkeit und ein effizienter Schutz vor Krankheiten.

Oft liest man seitenweise Erklärungen und Anleitungen, was zur Gesunderhaltung oder Gesundung des Körpers wichtig ist. Ich möchte versuchen, so kurz wie möglich darzustellen, wie man seine Gesundheit auf einfachem Weg und in Abhängigkeit von Jahreszeit erhalten oder zurückerlangen kann.

Landen die richtigen Produkte in meinem Einkaufswagen? Gestalte ich meinen wöchentlichen Speiseplan abwechslungsreich genug und dazu mit Lebensmitteln, die ich wirklich mag? Nachfolgend habe ich eine Auswahl der wichtigsten und gesündesten Obst- und Gemüsesorten sowie Samen und Kerne zusammengestellt.

Was in der Küche nicht fehlen sollte…

Knoblauch, Ingwer und Kurkuma sind wesentliche Bestandteile einer gesunden Ernährung und gehören in jede Küche.

Knoblauch

Die heilenden Kräfte des Knoblauch sind weiläufig bekannt. In den Knollen befindet sich der Wirkstoff Allicin, welcher blutdrucksenkend wirkt und die Blutfettwerte positiv beeinflusst. Zudem hat Knoblauch eine antibakterielle Wirkung.

Ingwer

Ingwer ist roh am gesündesten. So genannte Gingerole wirken als starkes Antioxiodans und damit als Unterstützung bei Entzündungen. Etwa 10 bis 15g pro Tag von einer roh geriebenen Knolle reichen aus. Ich verwende den Ingwer immer mit Schale. Allerdings muss es in diesem Fall Bio – Ingwer sein. Es ist aber auch nicht problematisch, wenn man den Ingwer schält.

Kurkuma

Das im Kurkuma enthaltene Curcumin wirkt antioxidativ und entzündungshemmend. Zudem bremst das Curcumin die Oxidation von Cholesterin. Im Körper oxidierendes Cholesterin kann fatale Folgen haben, indem es Blutgefäße schädigt, was letztendlich zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.

Samen und Kerne

Je nach persönlicher Vorliebe sind auch Samen und Kerne wichtige Zutaten in der gesunden Küche.

Chiasamen enthalten beispielsweise wichtige Antioxidantien zur Immunstärkung sowie Omega-3-Fettsäuren. Man kann sie zum Brotteig geben oder leicht angeröstet als Beigabe zu einem Salat.

Mohn enthält viel Kalzium, Eisen und ebenfalls wichtige Antioxidantien. Mohn wird hauptsächlich auf oder in Backwaren verwendet.

Fenchelsamen haben einen sehr hohen Anteil an Mineralstoffen und ätherischen Ölen. Sie wirken entzündungshemmend und sind in Maßen eine gute Alternative bei Magenproblemen. Fenchelsamen kann man beispielsweise zum Brotteig zugeben (hier aber gemahlen!) oder als Tee aufbrühen.

Koriandersamen sind reich an Mineral- und Ballaststoffen. Enthaltene Antiseptika beugen der Entzündung von Wunden vor. Koriandersamen passen gut zu Fleischgerichten oder zu gegrillten Scampis. Allerdings sollte man sie vorher im Mörser zerstoßen.

Koriandersamen in Schale mit Holzlöffel, daneben Koriandergrün.



Schwarzkümmelsamen sind reich an Antioxidatien und Mineralien. Besonders Gemüsegerichten verleiht der Schwarzkümmel eine besondere Note.

Pinienkerne unterstützen dank ihres hohen Anteils an Vitamin E das Immunsystem. Das enthaltene Kalium hilft, den Blutdruck zu senken. Leicht angeröstet sind Pinienkerne eine hervorragende Beigabe zu Salat. Besonders lecker zusammen mit frischem Basilikum ist selbstgemachtes Pesto.

Kürbiskerne sind Proteinlieferanten. Zudem beinhalten sie sehr viel Eisen und viele weitere Mineralien. Kürbiskerne eignen sich – leicht angeröstet – sehr gut als Beigabe zu Salaten.

Mit gesundem Gemüse durch’s Jahr

Dezember – März

Petersilienwurzel

– hoher Vitamin C-Gehalt boostet Immunsystem,
– Kalium zur Senkung des Blutdrucks,
– ätherische Öle zur Entgifttung
Petersilienwurzel schmeckt super als gedünstetes Gemüse.

Grünkohl

– Ballaststoffe wirken unterstützend bei der Verdauung,
– Vitamin C für das Immunsystem,
– Kalzium für die Knochen und für den Stoffwechsel
Grünkohl ist als deftiges Wintergemüse sehr beliebt.

Grünkohl auf einem Tisch

April-Oktober

Blattspinat

– hoher Vitamin B, C und E-Gehalt zur Stärkung der körpereiogenen Immunabwehr
– wertvolle Mineralstoffe zur Gesunderhaltung des Körpers
Blattspinat schmeckt beispielsweise als Salat mit einem leckeren Dressing oder auch in Butter und Knoblauch gedünstet.




Juni-November

Artischocken

– der Stoff Cynarin ist verdauungsfördernd und wirkt entgiftend
– Kalium wirkt sich positiv auf die Entwässerung des Körpers aus
– Bitterstoffe helfen bei Magen-Darm-Problemen
– nicht bei Gallenproblemen geeignet!
Es erfordert zugegeben schon einige Mühe, bis man das butterweiche Herz von der harten Schale dieses Edelgemüses getrennt hat. Doch durch das feine Aroma und die gesundheitlichen Vorteile wird man mehr als entschädigt. Die Artischockenherzen haben einen sehr feinen, milden Geschmack. Ich finde, sie schmecken am besten als Gemüse mit einer Sauce Hollandaise. Zur Leberentgiftung nutzt man die Artischockenblätter, die als Tee aufgebrüht werden.

Staudensellerie

– wirkt antioxidativ zur Stärkung des Immunsystems,
– antibakteriell,
– blutdrucksenkend,
– entwässernd
Staudensellerie kann roh (geputzt und geschält) mit einem leckeren Dip verzehrt werden. Sehr lecker ist er wegen seines milden Geschmacks auch in Suppen oder Aufläufen. Staudensellerie kann man auch auspressen. Obwohl der Geschmack des Saftes gewöhnungsbedürftig ist, sind seine Inhaltsstoffe einzigartig.

Karotten

– Beta-Carotin als Vorstufe des Vitamin A für gesunde Haut,
– Vitamin K zur Stärkung der Knochen
Karotten sind am gesündesten, wenn sie als Gemüse gedünstet werden. Das Beta-Carotin kann sich dadurch besser lösen. Aber auch als Salat können sie viel zur Gesunderhaltung beitragen.

Brokkoli

– Folsäure zur Anregung der Bildung roter Blutkörperchen,
– Vitamin C als Immunbooster
Brokkoli kann roh in kleinen Mengen im Salat gegessen werden. Er schmeckt jedoch auch besonders gut als gedünstetes Gemüse oder als Grillgemüse.

Staudensellerie Stangen und ausgepressterc Staudensellerie in zwei Gläsern

Beerenkräfte für’s Immunsystem

Beeren und anderes Obst und Gemüse sind wahre Allroundtalente für die Gesundheit. Viele Obst- und Gemüsesorten sind bei uns das ganze Jahr erhältlich, weil sie importiert werden. Das hat leider den Nachteil, dass wir nicht ganzjährig von der Bio-Landwirtschaft profitieren können und deshalb nicht immer genau wissen, wie das eingeführte Obst und Gemüse während des Wachstums behandelt wurde. Besser ist es, wenn möglich, auf saisonales einheimisches Obst und Gemüse zurückzugreifen oder Bio-Ware zu kaufen. Ich habe die für die Gesundheit besten Obst- und Beerensorten zusammengestellt.

Wildheidelbeeren

Das enthaltene Anthocyan bindet freie Radikale und vermindert das Krebsrisiko. Wildheidelbeeren enthalten außerdem Fol- und Pantothensäure sowie weitere Vitamine und Spurenelemente.
Während die Heidelbeere aus dem Supermarkt helles Fruchtfleisch hat, ist die Wildheidelbeere sowohl außen als auch innen blau. Da die wilden Heidelbeeren wesentlich kleiner sind, ist auch der Geschmack intensiver als bei der gezüchteten Sorte. Aus Wildheidelbeeren kann man wunderbare Desserts und Kuchen zaubern. Experimentierfreudige kombinieren die Heidelbeeren mit Fleisch, wodurch das Gericht eine besondere fruchtige Note erhält.

Holunderbeeren

Mit ihrem hohen Gehalt an Vitamin C tragen Holunderbeeren zur Stärkung des Immunsystems bei. Sie wirken antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend.
Die Blätter und die Rinde des Baumes sowie die unreifen Früchte enthalten Sambunigrin, ein Stoff, der zu Magenbeschwerden und Erbrechen führen kann. Generell sollte man auch die reifen Früchte auf ca. 80°C erhitzen, um alle nicht bekömmlichen Stoffe abzutöten. Holunderbeeren werden gern zu Marmelade und Gelee (manchmal auch in Kombination mit anderen Früchten) verarbeitet.

Holunderbeeren neben einem Glas Holunderbeerensaft

Äpfel

Das in Äpfeln enthaltene Pektin sorgt für einen stabilen Blutzuckerwert und trägt zur Senkung des Cholesterinspiegels bei. Wichtige Vitamine und Spurenelemente helfen zudem, gesund zu bleiben.
Die große Vielfalt an Sorten macht den Apfel hierzulande besonders beliebt. Äpfel eignen sich für viele deftige und süße Gerichte. Neben leckerem Apfelkuchen oder Apfelmus werden Äpfel auch gern zur Verfeinerung von Rot- oder Weioßkraut verwendet. Auch Fleischgerichten geben Äpfel eine besondere frische Note. So ist beispielsweise das regionale Gericht “Himmel und Erde” nicht ohne Apfel denkbar. Der Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt.




Schwarze Johannisbeeren

Das in Schwarzen Johannisbeeren enthaltene Vitamin E und C wirkt als Immunsystembooster. Kalium ist wichtig zum Ausgleich des Blutdrucks und die enthaltenen Anthocyane fördern die Zellreinigung.
Schwarze Johannisbeeren sind ziemlich herb im Geschmack und deshalb nicht unbedingt jedermanns Sache. Als Marmelade, Fruchtaufstrich oder auf dem Kuchen sind sie jedoch unbeschreiblich lecker.

Diese kleine Zusammenfassung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ist als kleine Information zu Inhaltsstoffen, Geschmack und Verwendung der gesündesten Sorten gedacht und soll ein wenig bei der Auswahl unterstützen.

In diesem Sinn: Bleibt oder werdet gesund und passt gut auf euch auf!

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