Auf der Suche nach dem guten Geschmack

Verschiedene Speiseöle kreativ verwenden

Welches Öl passt geschmacklich zu welchem Gericht? Welches sind die besten Öle für die Gesundheit? Bei der schier endlosen Auswahl schafft es nicht jedes Öl in die eigene Küche. Experimentierfreudige probieren die Öle aus und da die Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind, ist das auf jeden Fall eine Möglichkeit. Dennoch möchte nicht jeder unbedingt alle zum Teil relativ teuren Öle kaufen. Dem einen oder anderen fehlt einfach auch die Zeit zum Experimentieren. Um dem Essen dennoch einen geschmacklichen Kick zu geben, findet ihr hier einige Informationen, die euch die Auswahl des passenden Öls hoffentlich ein wenig erleichtern.

Was heisst “essentiell”?

Die Bedeutung “essentiell” beschreibt biologisch gesehen die Tatsache, dass eine Sache oder ein Stoff lebenswichtig ist. Wir benötigen zum Leben einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Der Körper kann diese nicht selbst bilden, deshalb müssen wir sie über die Nahrung aufnehmen.

Flasche mit Öl, daneben Ölsamen auf Metallplatten

Warum werden Öle kaltgepresst?

Kaltgepresste Öle (auch “native” Öle) sind sowohl gesundheitlich als auch geschmacklich von großer Bedeutung. Sie werden schonend und ohne Hitze aus den Pflanzen gepresst und nicht raffiniert. Dadurch bleibt der einzigartige intensive Eigengeschmack sowie die gesunden Inhaltsstoffe erhalten.

Wie lagert man kaltgepresstes Öl?

Um die gesunden Inhaltsstoffe zu erhalten, sollte ungeöffnetes kaltgepresstes Öl kühl, trocken und dunkel gelagert werden. So kann man es getrost etwa eineinhalb Jahre aufbewahren. Geöffnet sollte man es unter gleichen Bedingungen lagern und innerhalb von drei bis vier Monaten verbrauchen.




Die verschiedenen Öle und deren Verwendung in der Küche

1. Rapsöl

Wusstest du, dass man Rapsöl im Handel auch als kaltgepresste Variante kaufen kann? Ein optimales Verhältnis von Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus.

Mit seinem eher etwas herben, aber dennoch dezenten Geschmack ist Rapsöl ein beliebtes Speiseöl. Es passt sich dem Geschmack vieler Gerichte perfekt an.

Rapsöl kann bis etwa 190 Grad erhitzt werden, deshalb ist es optimal zum Kochen und Braten. Da Rapsöl nicht aufdringlich im Geschmack ist, kann man es auch zur Herstellung von Mayonnaise verwenden.

2. Sonnenblumenöl

Sonnenblumenöl ist das wohl bekannteste und beliebteste Öl in der Küche. Als wahrer Kraftprotz an Vitaminen und essentiellen Fettsäuren kann dieses Öl viel zur Gesunderhaltung beitragen. Ein hoher Anteil an Vitamin E wirkt zudem vorzeitiger Alterung entgegen.

Sonnenblumenöl ist eher mild und ist deshalb ein sehr gutes Salatöl.

3. Traubenkernöl

Das aus den Kernen der Weintrauben hergestellte Öl ist heiß- oder kaltgepresst erhältlich. Der Gesundheit wegen sollte man sich für die kaltgepresste Variante entscheiden. Zudem hat man die Wahl zwischen weißem und rotem Traubenkernöl. Wegen seines Reichtums an Polyphenolen ist das rote Traubenkernöl am gesündesten, weil die Polyphenole die Zellen vor schädlichen Einflüssen schützen.

Das kaltgepresste rote Traubenkernöl schmeckt nach einer Mischung aus Trauben und Nüssen. Dadurch kann es Gerichten – wie beispielsweise Gemüse oder Salat – eine besondere Geschmacksnote verleihen. Eine kleine Menge Traubenkernöl reicht hier schon aus.

Walnussöl, daneben eine Schale  mit Walnüssen und davor halb aufgebrochene Walnüsse

4. Walnussöl

Walnussöl hat eine ganz besondere Bedeutung für die Gesundheit. Durch ein ausgewogenes Verhältnis an gesättigten und ungesättigten Fettsäuren freuen sich Herz, Kreislauf und Blutdruck.

Walnussöl schmeckt nussig mild und nicht aufdringlich. Deshalb passt es zu sehr vielen Gerichten. Idealerweise sollte es nicht erhitzt werden, damit die Inhaltsstoffe nicht zerstört werden. Eine geringe Menge Walnussöl kann beispielsweise über Salat, Gemüse oder Pasta geträufelt werden, um den Gerichten eine besondere Note zu verleihen.

5. Sesamöl

Sesamöl hat eine goldgelbe Farbe und ist realtiv geschmacksneutral. Mit einem hohen Anteil an Linolsäure ist es perfekt zur Gesunderhaltung von Herz und Kreislauf.

Sesamöl wird vorwiegend in der asiatischen Küche verwendet. Es verleiht aber beispielsweise auch Pastagerichten oder gedünstetem Gemüse eine ganz besondere Note und gibt Suppen und Soßen einen exotischen Touch.

6. Schwarzkümmelöl

Schon im Altertum kannten die Menschen die besondere Kraft des Schwarzkümmels. Reich an ungesättigten Fettsäuren hat es einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit und hilft bei der Linderung verschiedenster Beschwerden. Damit diese gesunden Fettsäuren nicht zerstört werden, darf Schwarzkümmelöl nicht erhitzt werden.

Schwarzkümmelöl hat einen würzigen, leicht an Kümmel erinnernden Geschmack. Man kann das Öl zum Verfeinern von Gemüse, aber auch zum Würzen von Suppen und Soßen verwenden.

Mohnöl in Glasflasche, daneben Mohnsamen und eine Mohnblüte mit Knospen.

7. Mohnöl

Ganz zu Unrecht hat Mohnöl erst in den letzten Jahren wieder den Weg in die europäischen Küchen gefunden. Kaltgepresstes Mohnöl hat einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, was besonders förderlich für Herz und Kreislauf ist.

Sein feinherbes, nussiges Aroma passt besonders gut zu Mohnknödeln oder Mohnstrudel. Ein besonderes Geschmackserlebnis erreicht man aber auch durch ein paar Tropfen Mohnöl auf Gemüse, Pastagerichten oder Salat.

8. Mandelöl

Mandelöl genießt nicht nur in der Kosmetikbranche einen besonders guten Ruf. Eine Kombination aus gesättigten und ungesättigten Fettsäuren trägt zur Gesunderhaltung von Herz und Kreislauf bei. Mandelöl ist zudem sehr gut verträglich.

Sein feines, nussiges Aroma, welches ein wenig an Marzipan erinnert, passt ausgezeichnet zu Süßspeisen und Desserts. Es eignet sich aber auch hervorragend zur Verfeinerung von Salaten.

9. Erdnussöl

Auch das hellgelbe Erdnussöl hat es erst in den letzten Jahren in die heimischen Küchen geschafft. Erdnussöl hat ein intensiveres, nussiges Aroma und ist wegen seiner Vielseitigkeit ursprünglich in der asiatischen Küche zu Hause. Einfach und mehrfach gesättigte Fettsäuren sorgen für einen ausgeglichenen Blutdruck und Cholesterinspiegel.

Während raffiniertes Erdnussöl bis ca. 230 Grad Celsius erhitzt werden kann, liegt der Rauchpunkt beim wesentlich gesünderen kaltgepressten Öl nur bei etwa 130 Grad Celsius.

Neben der Verwendung in asiatischen Wokgerichten gibt Erdnussöl auch Gemüsegerichten wie beispielsweise Blumenkohl oder Brokkoli eine ganz besondere Note.




10. Hanföl

Hanföl hat nicht nur eine grüne Farbe,. Auch sein Aroma erinnert an Gras. Hanföl enthält kein THC und hat aus diesem Grund auch keinerlei berauschende Wirkung. Allerdings hat Hanföl einen außergewöhnliche Effekt auf das Immunsystem, die Nervenfunktion sowie die Regeneration der Zellen und kann deshalb als wahrer Gesundheitsbooster bezeichnet werden.

Hanföl hat einen niedrigen Rauchpunkt. Deshalb sollte es nicht erhitzt, sondern nur dezent über die Speisen geträufelt werden. Hanföl eignet sich besonders gut für rohe oder gekochte Gerichte mit Gemüse sowie für Dips aus Quark.

11. Kürbiskernöl

Für das Kürbiskernöl werden die Kürbiskerne kalt gepresst. Es entsteht ein etwas dickflüssiges, grünliches Öl mit einem milden, nussigen Aroma. Für die Gesundheit hat das Kürbiskernöl einiges zu bieten. Seine mehrfach ungesättigten Fettsäuren stärken das Immunsystem. Das enthaltene Vitamin E schützt die Zellen vor freien Radikalen.

Weit oben in die Beliebtheitsskala hat es das “Steirische Kürbiskernöl” geschafft. Nach alter Tradition wird es hier beispielsweise zu Kürbiscremesuppe oder zu Erdäpfelsalat (Kartoffelsalat) verwendet. Weitere Verwendungsmöglichkeiten sind Eintöpfe aller Art und Blattsalate.

12. Leinöl

Dieses golden schimmernde Öl steht auf der Liste der gesunden Öle sehr weit oben. Kein anderes Öl kann mehr Anteil an Omega-3-Fettsäuren und ALpha-Linolensäure vorweisen. Leinöl wirkt blutdruckregulierend und gefäßerweiternd. Es beugt Herzinfarkten und Schlaganfällen vor und ist zudem gut für die Seele.

Der Geschmack von Leinöl ist eher nussig und heuartig – also etwas speziell. Ganz traditionell isst man es zu Kartoffeln und Quark. Das hat den tieferen Sinn, dass sich die guten Inhaltsstoffe am besten mit Lebensmitteln entfalten können, die proteinhaltig sind.

Geöffnete Flaschen Leinöl sollten kühl (am besten im Kühlschrank) gelagert und schnell verbraucht werden.

Mariendistelöl, deneben Mariendisteln

13. Mariendistelöl

Das Aroma des Mariendistelöls erinnert an Nüsse und Gras. Seine gesundheitsfördernden Eigenschaften sind seit dem Altertum bekannt. Vitamin E und Linolsäure sorgen dafür, dass uns unsere Gesundheit erhalten bleibt.

Mariendistelöl darf nicht stark erhitzt werden. Deshalb ist es beispielsweise zum Verfeinern von gedünstetem Gemüse geeignet. Auch in Salatdressings kann Mariendistelöl eine besondere Note entwickeln.

14. Camelinaöl (Leindotteröl)

Camelinaöl (oder auch Leindotteröl genannt) ist ein besonders wervolles Öl. Es wird aus dem Samen des Leindotter, einer sehr alten Kulturpflanze, gewonnen. Goldgelb in der Farbe und feiner im Geschmack als Leinöl wirkt es unterstützend zur Gesunderhaltung von Herz und Kreislauf sowie positiv auf den Cholesterinspiegel. Das Aroma des Camelinaöls kann man ein wenig mit einer Mischung von Erbsen und Senf vergleichen.

Camelinaöl ist nicht zum Braten geeignet. In Salaten, Dips und Dressings kann es dagegen seinen vollen Geschmack entfalten.

15. Aprikosenkernöl

Das Aprikosenkernöl als eines der ältesten und auch wertvollsten Öle wird kalt gepresst. Da der überwiegende Teil des Öls nach der Kaltpressung raffiniert wird, sollte man unbedingt auf Bio-Qualität achten. Ist das Öl ursprünglich (also nicht raffiniert), erinnert der Geschmack etwas an Mandeln oder Marzipan. Der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren und das enthaltene Vitamine E helfen, freie Radikale unschädlich zu machen und unsere Zellen zu schützen.

Aprikosenkernöl sollte ebenfalls nicht erhitzt werden,. um die guten Inhaltsstoffe nicht zu zerstören. Es ist bestens geeignet für Salatdressings und es liebt insbesondere Zitrusfrüchte.

16. Olivenöl

Olivenöl ist eines der bekanntesten Öle und sicher in jeder guten Küche zu finden. Gute Olivenöle sind immer kaltgepresst und nativ. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass es frei von Schadstoffen – also in Bio-Qualität – ist. Hochwertige Olivenöle enthalten eine große Anzahl an ungesättigten Fettsäuren sowie den sekundären Pflanzenstoff Polyphenol. Dieser kann das Diabetesrisiko verringern und die Auswirkungen von Bakterien eindämmen.

Olivenöl ist wohl eines der vielseitigsten Öle. Nicht umsonst hat es den Weg in viele heimische, aber auch in Profiküchen gefunden. Die Olivenöle mit der Güteklasse “Extra Vergine” oder “Nativ extra” können bis 180 Grad erhitzt und daher auch zum Braten verwendet werden. Um die guten Inhaltsstoffe zu erhalten, sollte man es allerdings nicht erhitzen und eher in Dressings und Salaten oder zum Verfeinern von Gemüsegerichten und Suppen verwenden.

17. Pistazienöl

Pistazienöl steht mit seinem Reichtum an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und seinem hohen Anteil an Vitamin A ebenfalls weit oben auf der Liste der gesunden Öle. Die im Pistazienöl enthaltenen Fettsäuren halten den Cholesterinspiegel im Gleichgewicht und wirken sich positiv auf Herz und Kreislauf aus.

Das grüne Pistazienöl mit seinem aussergewöhnlichen Nussaroma, welches an geröstete Nüsse erinnert, gibt den Gerichten eine ganz besondere Note. Es wird sparsam verwendet. Einige Tropfen genügen, um Süßspeisen, Eiscreme, Käse, Salatdressings oder Nudeln den “letzten Schliff” zu verpassen.

Fazit

Für welches Öl man sich entscheidet, ist natürlich eine Frage des Geschmacks. Ich persönlich habe schon die verschiedensten Öle ausprobiert. Zum Braten ist Rapsöl mein klarer Favorit. Mein Lieblingsdressing für Blattsalate besteht aus 60% Oliven- und 40% Camelinaöl, Himbeeressig im Verhältnis 2 Teile Öl und 1 Teil Himbeeressig, Pfeffer, Salz sowie Agavendicksaft je nach gewünschter Süße. Sehr lecker für den Blattsalat finde ich auch eine Kombination aus Sonnenblumen- und Mandelöl plus Himbeeressig (2:1). Pistazienöl verwende ich sehr gern zum Verfeinern (besonders für Salate und Käse), weil man dadurch eine besondere Geschmacksnote in die Gerichte zaubern kann.

Es lohnt sich definitiv, verschiedene Öle in der Küche zu verwenden. Zum einen haben die Öle unterschiedliche Mengen gesunder Inhaltsstoffe und zum anderen variieren sie im Geschmack. Vielleicht ist dieser Text eine kleine Orientierung, um sich langsam mit den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen der Öle vertraut zu machen. Viel Spaß beim Experimentieren!

Viele weitere Beiträge zu Natur und Gesundheit findest du auf der Webseite.

Bleibt oder werdet gesund und passt gut auf Euch auf!

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