Ölauszug und mehr – Rezepte für DIY Kosmetik

Welche Meinung wir zu Pflegeprodukten haben, hängt wesentlich von unserer generellen Einstellung ab. Vielleicht bist du der Typ, der bereit ist, für eine Mini-Tube Faltenglätter eine dreistellige Summe hinzulegen. Oder du kaufst möglicherweise schon seit Jahrzehnten die gleiche Kosmetik.
Vielleicht probierst du auch gerne durch Werbung oder durch „objektive“ Rezensionen angepriesene neue Produkte aus.
Leider sieht die Realität unter der glänzenden Fassade oft ganz anders aus.
In vielen Schönheitsprodukten finden sich beispielsweise winzige, unsichtbare Nanopartikel. Sie sollen dafür sorgen, dass bestimmte Stoffe besser in die Haut einziehen können. Traurigerweise sind die Folgen für unsere Gesundheit bisher nicht ausreichend erforscht
Zudem ist die Liste nachweislich gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten lang: Aluminiumsalze, Formaldehyd, synthetisches Glycerin oder Benzophenon gehören beispielsweise dazu.
Was liegt also näher, als die Pflegeprodukte selbst herzustellen?
Ölauszug und mehr – Rezepte für DIY Kosmetik findest du hier. Probiere sie aus!

DIY – Pflegeprodukte selber herstellen

Falls du eher der Typ „Nummer sicher“ bist und dazu noch Spaß am Selbermachen hast, gehörst du vermutlich eher zur DIY – Gemeinschaft.

Sollten dich in der Vergangenheit lange Listen mit extravaganten Zutaten vom Selbermachen abgehalten haben, lass dir sagen: Für die folgenden Grundrezepte brauchst du nicht viel und die einzelnen Schritte zur Zubereitung sind leicht nachvollziehbar.

Ölauszug und mehr – Hier kommen die Rezepte für DIY Kosmetik.

Ölauszug

Mit einem Ölauszug kannst du die fettlöslichen Bestandteile aus den Pflanzenteilen lösen. Dazu unterscheidet man den Kaltauszug und den Warmauszug.

Du kannst frische oder getrocknete Kräuter verwenden.

Als Öl ist beispielsweise Bio-Olivenöl ideal.

Wenn du frische Kräuter nutzt, sollte das Verhältnis 1:10 (1 Teil klein geschnittene Pflanzenteile zu 10 Teilen Öl) sein. Um Schimmelbefall zu vermeiden, lasse ich frische Kräuter immer einen Tag welken.

Bei getrockneten Pflanzenteilen ist das Verhältnis zu Öl etwa 1:20 (ein Teil getrocknete und zerkleinerte Pflanzenteile zu 20 Teilen Öl).

Viele Ölauszüge sind mindestens ein halbes Jahr haltbar.

Kalter Ölauszug

Ein kalter Ölauszug hat gegenüber dem warmen Ölauszug den Vorteil, dass seine Zubereitung wesentlich schonender ist. Allerdings benötigt ein Kaltauszug auch mehr Zeit zum Durchziehen.

Für einen kalten Ölauszug gibst du die zerkleinerten Pflanzenteile in ein Schraubglas und gießt so viel Öl auf, bis sie vollständig bedeckt sind. Je nachdem, ob du frische oder getrocknete Pflanzenteile verwendest, solltest du das oben angegebene Verhältnis Kräuter : Öl beachten.

Verschließe das Glas gut und stelle es für ca. 4 Wochen an einen hellen Ort (jedoch nicht in die Sonne). Eine Ausnahme ist das Johanniskrautöl, denn das sollte in dieser Zeit unbedingt sonnig stehen.
Schüttele das Gemisch täglich, damit die Pflanzenstoffe gut in das Öl übergehen.

Nach dieser Zeit kannst du das Öl abseihen und in einer dunklen Glasflasche aufbewahren.

Hier findest du, wie du ein Piment Öl gegen Muskel- und Gelenkschmerzen selber machen kannst.

Für tolle Haut gibt es hier ein Rezept für ein Hagebutten Öl.

Warmer Ölauszug

Für einen warmen Ölauszug gibst du die zerkleinerten Pflanzenteile in ein feuerfestes Gefäß und gießt nach dem oben angegebenen Verhältnis das Öl auf.

Stelle das Gefäß in ein Wasserbad und lasse es 1 Stunde bei möglichst konstant 40°C (nicht mehr!) stehen. Danach kannst du das Gemisch abseihen und in dunkle Flaschen füllen.

Ein Gänseblümchen Öl kannst du sowohl pur nutzen als auch als Grundlage für eine wirksame Hautcreme verwenden.

Mazerat

Ein Mazerat ist im Grunde nichts anderes als in einer Lösung (Wasser, Alkohol, Öl) extrahierte Inhaltsstoffe von Pflanzenteilen. Bei einem Mazerat werden die Pflanzenteile mit der Lösung kalt angesetzt und über Nacht abgedeckt ziehen gelassen. Danach kann man es – leicht erwärmt – anwenden.

Eine Tinktur ist ein alkoholischer Auszug aus getrockneten oder frischen Pflanzenteilen.

Tinktur

Eine Tinktur ist ein alkoholischer Auszug aus getrockneten oder frischen Pflanzenteilen. Tinkturen werden im Allgemeinen verdünnt angewendet.

Für eine Tinktur brauchst du Alkohol (möglichst 70% Alkoholgehalt) und zerkleinerte (frische oder getrocknete) Pflanzenteile.

Frische Pflanzen sollten im Verhältnis 1:2, getrocknete Pflanzen im Verhältnis 1:5 mit Alkohol aufgegossen werden. Das bedeutet: Auf einen Teil Pflanzenmaterial verwendest du die doppelt Menge Alkohol bei frischen Pflanzen und die fünffache Menge Alkohol bei getrockneten Pflanzen.

Gib die Pflanzenteile zusammen mit der entsprechende Menge Alkohol in ein Schraubglas und verschließe es gut.

Die Tinktur sollte täglich geschüttelt werden.

Nach 2-3 Wochen kannst du die Mischung abseihen und in eine Braunglasflasche füllen.

Die Tinktur hält sich mindestens ein Jahr.

Schau mal hier, wie du eine Tinktur aus Propolis herstellen und nutzen kannst.

Löwenzahn gilt unter anderem als wertvolles Antioxidant. Hier findest du ein Rezept für eine Löwenzahn Tinktur.

Salbe

Eine Salbe ist gegenüber einer Creme kompakter und fetthaltiger.

Für eine Salbe brauchst du auf 100ml Ölauszug deiner Wahl noch 20g Bienenwachs (am besten vom Imker).

Und so einfach stellst du deine Salbe her:
Erwärme den Ölauszug in einem feuerfesten Gefäß im Wasserbad auf maximal 60°C. Gib das Bienenwachs zu und rühre, bis es sich vollständig aufgelöst hat.
Nun kannst du das Gefäß aus dem Wasserbad nehmen und unter Rühren vollständig abkühlen lassen. Kurz vor dem Festwerden kannst du noch 10 Tropfen ätherisches Öl deiner Wahl zufügen.

Zum Schluss fülle die Salbe in ein passendes Gafäß (Dose, Tiegel) und verschließe es gut.

Die Salbe sollte dunkel und kühl gelagert werden. Sie hält sich etwa ein Jahr.

Eine Gänseblümchen Salbe wirkt unter anderem entzündungshemmend und wundheilend.

Creme

Eine Creme ist eine Kombination aus öligen Bestandteilen und Wasser.

Für die Herstellung einer Creme brauchst du zunächst 100ml von einem Kräutertee deiner Wahl, der auf etwa 40°C abgekühlt wurde.

Für die Ölbasis ist Mandelöl oder Jojobaöl am besten geeignet.
Gib 100ml Basisöl in ein feuerfestes Gefäß und erwärme es im Wasserbad auf maximal 60°C.

Gib 15g Bienenwachs und 15g Wollwachs (Lanolin) zum Öl und lasse es schmelzen.

Nimm das Gefäß aus dem Wasserbad, gib die Wasserbasis (Tee) zu und lasse die Mixtur unter Rühren erkalten.

Zwischendurch kannst du nach Bedarf noch wenige Tropfen ätherisches Öl zufügen.

In fest verschlossenen Gefäßen hält sich die Creme etwa ein Vierteljahr.

Eine Gänseblümchen Creme wirkt beispielsweise schützend für die Haut und gegen kleine Fältchen.

Fazit

Selbst gemachte Kosmetik hat unglaublich viele Vorteile. Die natürlichen Zutaten und die Möglichkeit, die Inhaltsstoffe direkt auf die Haut abzustimmen, sind nur zwei besondere Vorzüge.

Ich hoffe, ich kann dir mit diesen Rezepten helfen, Spaß an der Herstellung natürlicher Pflegeprodukte zu finden.

Bleib oder werde gesund und pass gut auf dich auf!

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