no comments

Vielseitig und besonders heilsam: Löwenzahn

Die meisten Menschen, die von Löwenzahn (Taraxacum officinale) hören, denken an Futter für Kleintiere oder an das schwer loszuwerdende (Un)kraut im Garten.
Davon abgesehen, dass Löwenzahn eine wichtige Nahrung für Vögel ist, hat er enorme Fähigkeiten als Heilpflanze.
Du wirst überrascht sein, wie du den zahnigen Korbblütler mit den sonnengelben Blüten für deine Gesundheit nutzen kannst.
Schau mal, wie vielseitig und besonders heilsam Löwenzahn ist.

Die Vorteile von Löwenzahn

Für die Gesundheit der Leber

In der chinesischen Medizin wird Löwenzahn seit Jahrhunderten genutzt, um die Gesundheit von Magen und Leber zu unterstützen. Die enthaltenen Polysaccharide wirken in der Leber und helfen dabei, Giftstoffe aus der Nahrung zu filtern. Solltest du allerdings wegen Problemen mit der Leber oder den Nieren in Behandlung sein, sind Produkte aus Löwenzahn nicht geeignet.

Als wertvolles Antioxidant

Taraxasterol heißt der antioxidativ wirkende Inhaltsstoff, der Entzündungen im Körper bekämpfen kann. Er reguliert die weißen Blutkörperchen und kann dadurch Entzündungen fernhalten.

Weil ein Übermaß an freien Radikalen nicht nur den Alterungsprozess beschleunigt, sondern auch an der Entstehung von Krankheiten beteiligt ist, sind antioxidative Stoffe im Körper besonders wichtig. Im Löwenzahn wirkt das enthaltene Beta Carotin zellschützend und kann dadurch dem Altern entgegenwirken und schweren Krankheiten vorbeugen.

Bessere Gesundheit durch hohen Nährstoffanteil

Löwenzahn ist eine besonders nährstoffreiche Pflanze. Sie liefert uns – von der Wurzel bis zur Blüte – wichtige Vitamine sowie Mineral- und Ballaststoffe.

Das Blattgrün enthält beispielsweise für den Körper notwendige Mineralien wie Magnesium, Kalzium oder Eisen. Zudem sorgt der in den Wurzeln enthaltene Ballaststoff Inulin dafür, dass deine Darmflora gesund bleibt.

Zur Unterstützung des Immunsystems

Löwenzahn ist ein ausgezeichneter Vitamin C-Lieferant. Dieses Vitamin ist notwendig, um deinen Körper effektiv gegen die jährlichen Erkältungskrankheiten zu schützen.

Kann Diabetes Typ II vorbeugen

Den im Löwenzahn enthaltenen bioaktiven Substanzen wird laut einer Studie eine potentielle Wirksamkeit zur Vorbeugung und Behandlung von Diabetes Typ II zugeschrieben. In einigen Ländern wird dieses kostengünstige Naturmittel bereits zur Therapie und Kontrolle dieser Volkskrankheit genutzt.

Chicorinsäure und Chlorogensäure sind zwei enthaltene bioaktive Wirkstoffe, die den Blutzucker senken können. Wissenschaftler wiesen in Tierstudien nach, dass diese Verbindungen die Insulinsekretion in der Bauchspeicheldrüse verbessern und gleichzeitig für eine bessere Aufnahme von Glukose in das Muskelgewebe sorgen können,

Obwohl die Wissenschaftler erklären, dass noch weitere Forschung notwendig ist, sind die bisherigen Ergebnisse vielversprechend.

Zur Vorbeugung und möglichen Behandlung von Krebs

Ein besonders interessanter Aspekt ist die Fähigkeit des Löwenzahns, dem Wachstum von Krebszellen in bestimmten Organen vorzubeugen. Leider ist die Faktenlage in diesem Bereich noch uneinheitlich.

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass durch ein Extrakt aus Löwenzahnblättern das Krebszellwachstum bedeutend reduziert werden konnte, während ein Extrakt aus den Wurzeln oder Blüten nicht den gleichen Erfolg hatte (1).

Andere Studien kamen zu dem Ergebnis, dass das Extrakt der Wurzeln zur Reduzierung der Krebszellen in Dickdarm, Leber und Bauchspeicheldrüse führen kann (1) .

Die Wissenschaftler erklärten, dass noch weitere Forschung nötig ist, um die Zusammenhänge zu verstehen und Löwenzahn in diesem Bereich nutzbar zu machen.

Akne

Kenner der Naturmedizin nutzen die Wurzel des Löwenzahns zur Behandlung von Akne und Ekzemen, indem sie eine Salbe oder eine Tinktur herstellen.

Allerdings kann der milchige Saft des Löwenzahns durch seine Inhaltsstoffe – besonders bei empfindlichen Personen oder bei Kindern – eine Kontaktdermatitis hervorrufen. Deshalb solltest du beim Auftragen auf die Haut vorsichtig sein und zuerst einen Allergietest machen.

Löwenzahn Tee aus Blättern in Glastassen, mit Blüten dekoriert

So kannst du Löwenzahn nutzen

Tee aus Löwenzahn

Wenn du einen Tee zubereiten willst, eignen sich sowohl die Blätter als auch die Wurzeln.

Für einen Tee aus den Wurzeln solltest du diese zunächst trocknen. Anschließend werden sie zerkleinert und gemahlen. Jetzt kannst du einen Teelöffel gemahlene Wurzel in einer Tasse mit heißem Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen. Ich selbst nutze gern Einmal-Teefilter. Du kannst den Tee nach der Ziehzeit aber auch durch ein Sieb abseihen.

Für einen Tee aus getrockneten Blättern reicht ein gestrichener Esslöffel pro Tasse aus. Die weitere Zubereitung ist mit dem Wurzeltee identisch.

Löwenzahn Tinktur

Eine Löwenzahntinktur kannst du aus allen Pflanzenteilen herstellen. Idealerweise werden junge Pflanzen genutzt, weshalb im Frühjahr der beste Zeitpunkt für die Ernte ist.

Die Herstellung einer Tinktur ist nicht schwierig: Fülle ein Schraubglas bis zur Hälte mit den kleingeschnittenen Pflanzenteilen. Danach gießt du so viel 40%igen klaren Alkohol zu, dass die Pflanzenstücke vollständig bedeckt sind. Verschließe das Glas gut und lasse die Mischung etwa 3 Wochen an einem dunklen Ort durchziehen. Hin und wieder sollte die Mixtur geschüttelt werden. Nach dieser Zeit müssen die festen Pflanzenteile durch ein Küchentuch oder einen Kaffeefilter abgefiltert werden. Die Tinktur kann nun in dunkle Flaschen gefüllt und beschriftet werden. Sie sollte dunkel und nicht länger als ein Jahr aufbewahrt werden. Das muss sie ja auch nicht, denn dann gibt es schon wieder Nachschub:-)

Löwenzahn Honig

Wenn Ende April, Anfang Mai die ersten gelben Löwenzahnblüten ihre Köpfchen herausstecken, ist die ideale Sammelzeit. Für den Honig, der im eigentlichen Sinn eher Sirup ist, werden nur die Blüten genutzt. Gib etwa 3 Handvoll Blüten in einen Topf und übergieße sie mit Wasser. Die Mischung sollte 2-3 Stunden stehen, ohne dass du sie aufkochst. Nach dieser Zeit bringst du das Gemisch kurz zum Kochen, lässt es danach abkühlen und 10-12 Stunden bei Zimmertemperatur durchziehen. Die Blüten werden jetzt abgeseiht und das Löwenzahnwasser wird mit 1kg Zucker und einer halben Zitrone (Bio) so lange gekocht, bis eine honigähnliche Konsistenz entstanden ist. Die Probe kannst du – ähnlich wie bei Marmelade – machen, indem du etwas Löwenzahnhonig auf einen Teller gibst. Ist er von der Festigkeit her dem Honig ähnlich? Dann kannst du ihn in ein Glas abfüllen. Falls nicht, muss er noch weiter vor sich hin köcheln. Zwischendurch solltest du immer mal wieder die Konsistenz prüfen!

Frische, junge Löwenzahnblätter als schmackhafte Salatzugabe

Das Grün des Löwenzahn ist mit den Vitaminen A, C, E und K sowie den Folaten eine besonders wertvolle Vitaminquelle. Wenn du einzelne Blätter zu einem grünen oder einem gemischten Salat zugibst,kannst du ihm eine besondere Note verleihen und ihn gehaltvoll aufwerten.

Nebenwirkungen

Löwenzahn hat äußerst wirksame Inhaltsstoffe, weshalb die Einnahme ein Risiko bei Vorerkrankungen, Allergien oder Schwangerschaft sein kann. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Substanzen (bspw. Antibiotika, Blutdruckmittel) sind möglich. Vor der Eimmahme bzw. dem Verzehr solltest du deshalb mit deinem Arzt oder Heilpraktiker sprechen.

Fazit

Löwenzahn ist nicht einfach nur ein Unkraut, was viele Menschen als äußerst störend in ihrem gut gepflegten Rasen empfinden. Die gezackte Pflanze mit den sonnengelben Blüten ist ein sehr altes Naturheilmittel und eine besondere Vitaminquelle. Das Sammeln und Zubereiten lohnt sich, weil sich seine Inhaltsstoffe als sehr nützlich – nicht nur zur Vorbeugung – erwiesen haben. Obwohl die Studienlage zu Löwenzahn noch recht dünn ist, wird er in der Volksmedizin schon seit Jahrhunderten erfolgreich eingesetzt.

Bleib oder werde gesund und pass gut auf dich auf!

Haftungsausschluss

Quellen:

Dandelion Tea: Is It Good for You? I Webmd unter folgendem Link

13 Potential Health Benefits of Dandelion I Healthline unter folgendem Link

War dieser Beitrag für dich hilfreich?

Reply