Ist Propolis wirklich eine Wunderwaffe für die Haut?

Schlangengift oder Schneckenschleim – die Liste der tierischen Hautpflegemittel ist lang und nicht unumstritten. Auch Propolis gesellt sich seit einigen Jahren zu den „Wundermitteln“ für die Haut.
Vor allem in der TCM hat Propolis eine lange Tradition und wird oft mit weiteren Wirkstoffen kombiniert.
Ist Propolis wirklich eine Wunderwaffe für die Haut? Hier erfährst du es.

Was ist Propolis?

Propolis (auch Kittharz oder Bienenharz) ist – wie der Name schon verrät – eine harzähnliche Substanz. Sie wird von den Bienen selbst produziert, um den Bienenstock vor Krankheitskeimen zu schützen.

Auch Wissenschaftler interessieren sich seit einigen Jahrzehnten für die vermuteten antibakteriellen, antiviralen und pilzhemmenden Eigenschaften von Propolis und konnten inzwischen eine Vielzahl unterschiedlicher Verbindungen nachweisen.

Hauptsächlich besteht Propolis aus Pflanzenharz, verschiedenen Wachsen, Pollen und ätherischen Ölen.

Trotz der eher dürftigen Anzahl an wissenschaftlichen Nachweisen konnte Propolis zu einem der beliebtesten natürlichen Heilmittel aufsteigen.

Wie wirkt Propolis?

Seit der Antike wird Propolis als Heilmittel genutzt. Auch die Frauen im Alten Rom kannten die Vorzüge von Propolis für die Haut und nutzten sie für ihre Schönheitspflege. Während des 1. und 2. Weltkrieges wurde es verwendet, um die Heilung von Wunden zu verbessern und zu beschleunigen (1).

In einer jüngeren Studie aus dem Jahr 2020 stellten Forscher fest, dass Propolis, aber auch Honig und Pollen vielfältige Eigenschaften haben: Sie wirken entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral, antioxidativ, antimykotisch und desinfizierend.
„Aufgrund einer Vielzahl biologischer Aktivitäten könnten Bienenprodukte als wichtige Inhaltsstoffe in Arzneimitteln und Kosmetika angesehen werden, die auf die Haut aufgetragen werden“ – erkannten die Wissenschaftler (1).

Dass Propolis eine erfolgversprechende Wirkung zur Behandlung von Hautläsionen hat, konnte in einer Literaturrecherche mit 14 Artikeln gezeigt werden. In diesem Zusammenhang stellten die Forscher fest, dass die heilenden Eigenschaften von Propolis direkt von der Art und dem Ort der Gewinnung sowie der Konzentration abhängen (2).

In einer weiteren Studie aus dem Jahr 2012 fanden Forscher heraus, dass ein Propolis-Alkohol-Extrakt, der auf chirurgische Wunden im inneren Mundbereich aufgetragen wird, Mastzellen wirksamer reduzieren kann als eine Steriodcreme. Mastzellen gelten als Ursache für langsame Wundheilung
und Entzündungen (3).

Dass Propolis das Beste aller natürlichen Behandlungen bei oraler Herpes oder bei Genitalherpes sein kann, zeigten Wissenschaftler in einem Review aus dem Jahr 2019.

Allerdings ist die Erforschung von Propolis bis heute nicht abgeschlossen. Es werden weitere Studien folgen müssen, um die Wirksamkeit von Propolis auf unterschiedlichen Gebieten zu erforschen bzw. zu bestätigen.

Wie wird Propolis genutzt?

Neben gekauften Propolis-Produkten kannst du beispielsweise Propolis Tinktur oder Propolis Creme selber machen. Hier sind zwei Ideen:

Propolis Tinktur

Propolis Tinktur

Die Vorteile von selbst gemachter Propolis Tinktur: Es macht Spaß, sie herzustellen und du kannst die Konzentration deiner Tinktur selbst bestimmen.

Alkohol ist die beste Grundlage, um die aktiven Substanzen aus Propolis herauszufiltern.
Du brauchst also Alkohol mit 42% (oder höher) sowie Propolis aus dem Bienenstock (gut gereinigt). Alternativ kannst du Propolis Granulat verwenden.

Ich nutze eine Zusammensetzung von 1 : 3, das heißt, 30g Propolis auf 90ml Alkohol.

Schneide 30g Propolis in kleine Stücke und gib sie in ein Schraubglas mit Deckel. Fülle 90ml Alkohol auf und verschließe das Glas gut.
Die Mixtur sollte jetzt für 1-2 Wochen dunkel stehen und dabei täglich geschüttelt werden.

Haben sich die Propolis Stücke im Alkohol gelöst? Dann wird es Zeit für die Filterung.
Gib die Mischung durch einen Kaffeefilter und fülle sie in ein Glasfläschchen ab.
Ich nutze gerne eine Flasche mit Pipette, weil sich die Tinktur später einfacher dosieren lässt.

Propolis Creme /Salbe

Für eine Propolis Creme /Salbe brauchst du nur:
– 12 Teelöffel Bio-Pflanzenöl deiner Wahl (Olivenöl, Mandelöl, Kokosöl, Tamanu Öl),
– 2 Teelöffel Bienenwachs,
– 30 Tropfen Propolis Tinktur und
– optional 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl.

Und so wird’s gemacht:
– Schmelze das Bienenwachs in dem Öl bei geringer Hitze.
– Sobald das Bienenwachs geschmolzen ist, nimm den Topf vom Herd.
– Füge nun die Propolis Tropfen und – wenn du magst – das Lavendelöl zu.
– Gib es noch warm in eine Dose und lasse es vollständig abkühlen. Fertig!

Die Propolis Creme kannst du beispielsweise mit einem Wattestäbchen ganz gezielt auf die betroffene Stelle auftragen.

Für wen ist Propolis nicht geeignet?

Falls du allergisch auf Pollen reagierst oder Asthmatiker bist, solltest du auf Propolis verzichten. Schwangere sollten Propolis nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen.

Fazit

Ist Propolis wirklich eine Wunderwaffe für die Haut?
Propolis ist ein natürlicher Stoff, der nachweislich heilende Eigenschaften hat.
So unterschiedlich, wie wir auf Naturheilmittel reagieren, so verschieden kann auch die Wirkung sein.

Wie beschrieben, hängt die Wirksamkeit zudem auch von der Art und Weise der Gewinnung sowie von der Konzentration des Bienenharzes ab.

Nach den derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen gilt Propolis als sicher. Von der Nutzung absehen solltest du nur, wenn du Allergiker oder Asthmatiker bist.

Mir persönlich hilft Propolis sehr gut und ich denke, du solltest es ausprobieren.

Bleib oder werde gesund und pass gut auf dich auf!

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