Die Brennnessel – außergewöhnliche Heilpflanze mit herausragender Wirkung

Schon in der Antike war die Brennnessel (Urtica dioica) ein wichtiger Teil der Kräutermedizin. Gliedmaßen wurden beispielsweise mit Brennesseln eingerieben, um durch die Erwärmung die Durchblutung anzuregen und die Heilung von Arthrose zu beschleunigen.
Nach Überlieferungen wendeten auch die alten Ägypter Brennesseln an, um Arthrose oder Gelenkschmerzen zu behandeln (1).




Im Garten mitunter zu Unrecht verhasst, schreiben Kräuterkenner der Brennessel unglaublich viele positive Eigenschaften zu.

Ameisensäure und Histamin – das sind die beiden Stoffe, die sich in den Haaren der Brennnesselblätter befinden und das unangenehme Brennen verursachen. Sobald die Brennnesselblätter jedoch verarbeitet worden sind (entweder getrocknet oder gekocht), können sie unbedenklich genutzt werden.

In den Blättern und Wurzeln der Brennnessel wohnen eine Vielzahl an Nährstoffen und weiteren chemischen Substanzen, die unseren Körper auf eine besondere, natürliche Weise bei der Gesunderhaltung unterstützen können.

Brennesselblätter mit Wurzeln, daneben ein Holzmörser mit Brennesselblättern

Neben den Vitaminen A, K und mehreren B-Vitaminen ist das “Gartenunkraut” äußerst reich an Vitamin C. Überraschenderweise übetrifft der Vitamin C – Gehalt sogar den von Zitrusfrüchten.

Forscher konnten in der Brennnessel zudem verschiedene lebenswichtige Mineralien, Fettsäuren, alle essentiellen Aminosäuren und diverse Pigmente (beispielsweise Beta-Carotin) nachweisen.

Die in den Brennnesselblättern enthaltenen Polyphenole wirken antibakteriell und den Flavonoiden wird eine entwässernde Wirkung zugeschrieben.

Interessant ist auch die Tatsache, dass die Brennnessel eine sehr eiweißreiche Pflanze und vom Eiweißgehalt her vergleichbar mit Hülsenfrüchten ist.

Brennnesselblätter enthalten zudem Linolsäure, die sich sehr positiv auf Haut und Haare auswirkt und für einen niedrigen Cholesterinspiegel sorgt.

Viele Bestandteile der Brennnessel wirken zugleich als Antioxidantien und bieten daher einen guten Schutz vor freien Radikalen.

Die meisten der vermuteten Heilwirkungen der Brennnessel sind überliefert. In jüngster Zeit begannen jedoch auch Wissenschaftler zur Anwendung dieses außergewöhnlichen Heilkrauts zu forschen.




Neun Ideen, um die Vorteile von Brennesseln zu nutzen

Als entzündungshemmender und schmerzlindernder Umschlag

In einer randomisierten wissenschaftlichen Studie an 81 Probanden konnte die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung von Brennesselextrakt nachgewiesen werden.
Die Teilnehmer erhielten entweder eine Kombi aus Fischöl, Vitamin E und Brennnessel oder ein Placebo. Nach drei Monaten berichteten die Probanden, die die Wirkstoffe erhielten, über weniger Symptome und waren sogar in der Lage, ihre Medikamente zu reduzieren. Die Forscher betonten auch, dass noch weitere Studien notwendig sind.

Ein altes Hausmittel besagt, dass bei entzündeten Gelenken ein Umschlag aus Brennesseln helfen kann.

Für einen Brennnesselumschlag werden einige Blätter zerkleinert, etwa 2 Esslöffel Heilerde oder Tonerde zugegeben und so viel Wasser untergemischt, bis eine streichfähige Paste entsteht. Alternativ kannst du noch einige Tropfen entzündungshemmendes Weihrauchöl zufügen.

Als Tee bei Allergien

Obwohl die Forschungslage auf diesem Gebiet noch recht spärlich ist, vermuten die Wissenschaftler einen positiven Einfluss der Brennnessel auf allergische Symptome.
Nach einem alten Hausrezept soll eine mehrwöchige Kur mit Brennnesseltee unter anderem gegen Heuschnupfen helfen.

Für einen Tee aus Brennnesseln übergießt du 6-8 frische oder 2 Esslöffel getrocknete Brennnesselblätter mit 500ml kochendem Wasser. Nach 5 Minuten kannst du den Tee abseihen und trinken.

In Apotheken, Bioläden oder Reformhäusern kannst du getrocknete Brennnesselblätter oder Brennnesseltee kaufen.
Da die Brennnessel aber fast überall wächst, sammeln echte “Kräuterhexen” das Heilkraut selbst und trocknen es über dem Kopf hängend zu Hause. Generell gilt: Je kräftiger der Tee, desto intensiver ist der Effekt.


Zwei Gläser Tee aus Brennnesseln , dekoriert mit Brennnesselblättern

Brennnesseltee zur Stärkung des Immunsystems

Besonders im Frühjahr soll eine Kur mit einem Tee aus Brennnesseln dem Körper neue Kraft geben. Drei Wochen lang sollten pro Tag 2 Tassen Brennnesseltee getrunken werden.

Brennnesseltee in den Wechseljahren

Neben viel Bewegung an der frischen Luft soll Brennnesseltee hilfreich gegen Hitzewallungen sein.

Bei Blasenentzündungen hilft ein Tee aus Brennnesseln und Holunderbeeren

Bei Blasenentzündungen kann ein Tee aus getrockneten Brennesselblättern und getrockneten Holunderbeeren gute Dienste leisten. Man kocht zwei Teelöffel Brennesselblätter und einen Teelöffel Holunderbeeren mit zwei Tassen Wasser auf und lässt das Gebräu 10 Minuten ziehen. Danach kann man es abseihen und in kleinen Schlucken trinken.
Auch 3 bis 4 Tassen reiner Brennnesseltee pro Tag können die Heilung unterstützen.
Blasenentzündungen können schnell akut werden, deshalb ist es hier besser, medizinischen Rat einzuholen.




Brennnesselkur für seidig glänzende Haare

Für eine Brennnesselkur gibt man zwei Handvoll Brennesselblätter zusammen mit 250ml Wasser und 200ml Weinessig in einen Topf und lässt die Mischung 30 Minuten köcheln. Nach dem Auskühlen wird sie wie ein Shampoo verwendet. Für noch bessere Ergebnisse kann man das Gemisch über Nacht einwirken lassen.

Ein Brennnesselsud bei Problemen mit Kopfschuppen

Man stellt einen Brennnesselsud her, den man wie eine Haarspülung nach dem Waschen einmassiert und nicht wieder auswäscht. Dazu nimmt man Brennesselkraut und Wasser zu gleichen Teilen und lässt die Mischung kurz aufkochen. Nach dem Abkühlen und Durchfiltern ist das Gemisch bereit zur Verwendung.

Ein Brennnesselsud oder eine Brennnesseltinktur gegen Hühneraugen selber machen

Für einen Sud gegen Hühneraugen werden gut 400g Brennnesselblätter mit 2 Liter kaltem Wasser angesetzt und zugedeckt über Nacht ziehen gelassen. Das Wasser Brennnessel – Gemisch wird vor der Anwendung erwärmt und kann direkt als Fußbad genutzt werden.

Eine selbst hergestellte Brennnesselwurzel – Tinktur kann direkt auf dem Hühnerauge angewendet werden. Dazu gibt man frische, gewaschene und klein geschnittene Brennesselwurzeln in ein Marmeladenglas und übergießt diese mit Korn bis die Wurzeln bedeckt sind. Das Glas soll verschlossen etwa zwei Wochen an einem warmen Ort stehen. Anschließend wird die Tinktur abgeseiht, wobei die Wurzeln gut ausgedrückt werden sollen. Die Tinktur sollte in dunklen Flaschen aufbewahrt werden.

Brennnesseln in der Küche

NIcht nur als Heilkraut, sondern auch in der Küche machen Brennnesseln eine gute Figur. Sie sind nicht nur kostengünstig, sondern tatsächlich auch sehr lecker. Hier zwei Ideen, die mir persönlich besonders gut schmecken.

Brennnesselsuppe

Nicht nur schnell gemacht, sondern sehr gesund: Probiere doch mal ein Brennnesselsüppchen mit krossen Brotwürfeln oder eine Brennnesselsuppe mit Estragonei. Ich hab’s getestet – seeehr lecker! Weitere Varianten findest du auf meiner Lieblingskochseite unter diesem Link.

Brennnesselpesto

Die Zubereitung von Brennnesselpesto unterscheidet sich nicht wesentlich vom Basilikumpesto – jedoch brauchst du keine Pinienkerne.

Für 400g junge Brennnesselblätter brauchst du 170g geriebenen Parmesan, 4 geschälte Knoblauchzehen, 1 1/2 Teelöffel Salz und 300ml Olivenöl. Die Brennnesselblätter gut waschen, mit einem Küchentuch trocken tupfen und zusammen mit den Knoblauchzehen im Multizerkleinerer oder Mixer grob pürieren. Nun das Salz, den Parmesan und zunächst 250ml Olivenöl zugeben und fein vermixen. Ist die Paste zu fest, noch weiteres Olivenöl zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Die Masse sollte homogen und nicht zu flüssig sein.

In einem Schraubglas kannst du das Pesto für mindestens zwei Wochen im Kühlschrank aufheben. Es sollte jedoch immer mit Öl bedeckt sein. Notfalls noch etwas Öl aufgießen.

Bleib oder werde gesund und pass gut auf dich auf!




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