Oxymel: die vergessene Naturmedizin

Heilkräfte mit alter Tradition

Überlieferungen zeigen, dass Heiler bereits etwa 200 n. C. den so genannten “sauren Honig” als Medizin verschrieben. Das Wort Oxymel leitet sich aus den Inhaltsstoffen ab, welche zu einem Großteil aus Essig (altgriechisch: oxos = Essig) und Honig (griechisch: meli = Honig) bestehen.

Gerade ein Blick in die Naturheilkunde der östlichen Länder zeigt uns, dass unsere Gesundheit nicht in jedem Fall von teuren, chemisch hergestellten Pillen mit teilweise riskanten Nebenwirkungen abhängig sein muss. Naturrezepte werden in Ländern wie bspw. China oder Russland über Generationen weitergegeben und so ist es uns glücklicherweise möglich, ebenfalls davon zu profitieren.

Dennoch gilt auch für die Naturmedizin, dass Selbstdiagnosen nicht zwingend richtig sein müssen und dass auch Heilkräuter (wenn auch sehr geringe) Nebenwirkungen haben können. Eine Erkrankung sollte man deshalb nicht selbst, sondern in Absprache mit einem Arzt oder einem ausgebildeten Homöopathen behandeln.

Das Zusammenspiel der Elemente

Je nachdem, aus welchen Rohstoffen – insbesondere aus welchen Kräuterzugaben – man Oxymel zusammensetzt, entfaltet es bezüglich Heilung oder Stärkung eine unterschiedliche Wirkung.

Honig ist ein grundsätzlicher und wichtiger Baustein des Oxymel, welcher am besten von einem bekannten Imker oder – falls aus dem Geschäft – mindestens in Bio-Qualität sein sollte. Dank seiner ca. 200 gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe bildet Honig eine wunderbare Basis für unseren selbst hergestellten Immunbooster. Neben Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen stecken im Honig wichtige Antioxidantien, die beispielsweise dabei helfen können, das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen zu senken.

Essig ist die zweite wichtige Grundsubstanz des Oxymel. Ich persönlich bevorzuge dazu naturtrüben Bio-Apfelessig. Es ist nicht neu, dass Apfelessig zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthält und somit unserem Körper jede Menge Gutes tun kann.

Zwei verschiedene Essige in Glasflasche, daneben Honig in einer Schale mit Hiniglöffel. Aloe Vera als Dekoration.

Nicht zuletzt sind es die unterschiedlichen Kräuter, die – je nach Anwendungsgebiet – variieren sollten und dem Oxymel seine Heilwirkung verleihen. Für alle, die näher in die Materie einsteigen und die unterschiedliche Wirkung der Heilpflanzen kennenlernen möchten, kann ich das Buch von Martina Hallbeck “Oxymel für Anfänger” oder “Das große Buch vom Oxymel” von Gabriela Nedoma sehr empfehlen.

Gut Ding braucht Weile

Bis ein echter Oxymel fertig ist, muss man sich etwas gedulden. Ich gebe hier meine persönlichen Erfahrungen wieder. Es gibt natürlich einfachere und auch schnellere Herstellungsmethoden. Dennoch schwöre ich auf meine Art der Zubereitung und möchte die gern mit euch teilen. Los geht’s…

Bio-Essig und ein guter Honig sowie die – je nach Anwendungszweck – gewünschten Kräuter sind die Basis. Wie viel Essig und Honig gebraucht wird, hängt von der Menge ab, die hergestellt werden soll. Für ein 500ml Glas (ich nehme gern Weckgläser wegen dem Glasdeckel, die ich vorher mit kochendem Wasser ausgespült habe) brauche ich gut eine Handvoll frischer Kräuter.

Die gewaschenen, gut abgetrockneten und zerkleinerten Kräuter schichte ich zunächst in das Glas und fülle das Glas mit Bio-Essig auf, bis die Kräuter gut bedeckt sind. Nun kommt die dreifache Menge an flüssigem Honig zum Kräuter-Essig-Gemisch. Sollte euer Honig zu fest sein, könnt ihr ihn einfach in einem warmen Wasserbad verflüssigen. Aber Vorsicht! Der Honig darf nur erwärmt und nicht erhitzt werden, um die guten Inhaltsstoffe nicht zu zerstören. Ich verrühre die Mischung gut, verschließe das Glas mit dem zugehörigen Glasdeckel samt Gummi und Klemmen und stelle es für etwa 3 Wochen bei Zimmertemperatur an einen dunklen Ort.

In dieser Zeit werden die Wirksubstanzen aus den Kräutern gezogen. Damit sich die Wirkstoffe gut entfalten können, schüttele ich das Glas täglich. Nach etwa drei Wochen ist es Zeit, die Kräuter von der Essig-Honig-Mixtur zu trennen.

Dazu gieße die Mischung durch ein feines Sieb in ein neues Gefäß und mein Oxymel ist fertig. Ich fülle die Mischung in eine Braunflasche, beschrifte die Flasche entsprechend der verwendeten Kräuter und stelle sie in den Kühlschrank. So gelagert hält sich Oxymel etwa ein Jahr.

Zur Anwendung

Zwei bis drei Esslöffel (Kinder ein bis zwei Esslöffel) pro Tag reichen völlig aus, die entweder in Wasser oder Saft gelöst oder auch pur etwa eine halbe Stunde vor dem Essen eingenommen werden.

In einer Kanne kannsr du eine Oxymel Mixtur aus Oxymel und Wasser oder Fruchtsaft herstellen, die du dann mit Ingwer und/oder Früchten deiner Wahl ergänzen kannst. Auch in Scheiben geschnitte Bio-Orangen oder Bio-Zitronen sehen nicht nur toll aus, sondern schenken dir eine Extraportion Vitamine.
Allgemein wird empfohlen, nach einer dreiwöchigen Anwendung eine Woche zu pausieren.

Oxymel kann auch äußerlich angewendet werden und hilft beispielsweise bei Insektenstichen oder Hautirritationen. Man kann dazu den Oxymel etwas verdünnen, so dass man beispielsweise ein Tuch damit tränkt und dies wie eine Kompresse verwendet.

Wenn du wissen möchtest, welche Kräuter wie wirken, findest du in meinem Beitrag hier oder in diesem Beitrag hier mehr Informationen.

Viel Spass beim Nachmachen!

Bleib oder werde gesund und pass gut auf dich auf!

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