Bärlauch: Seine Vorteile und Anwendung

Mit den ersten Sonnenstrahlen erwacht ein unscheinbares, aber kraftvolles Kraut zu neuem Leben: der Bärlauch (Allium ursinum). Er breitet sich in riesigen Teppichen vor allem in Laubwäldern aus und lockt uns mit seinem kräftigen Duft. Lange vor Superfoods und Bio-Trends wurde er sowohl als würzige Delikatesse als auch als Heilpflanze genutzt. Wusstest du, dass man seine heilenden Eigenschaften bereits in der Antike kannte und ihn als Schutz gegen böse Geister und Krankheiten nutzte? In vielen Kulturen symbolisiert er bis heute Reinheit und Erneuerung.

Mit seinem besonderen Geschmack und seinem Reichtum an Vitamin C, Kalium und Eisen ist dieses unscheinbare Gewächs wahrlich ein Geschenk der Natur. Hast du Lust, es zu entdecken? Dann lass uns beginnen!

Unter dem Blätterdach: Was ist Bärlauch?

Bärlauch ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Amarillisgewächse und der Unterfamilie der Lauchgewächse. Er blüht alljährlich von April bis Juni mit weißen, sternförmigen Blüten, die nicht nur das Auge erfreuen, sondern auch eine wichtige Rolle im Ökosystem des Waldes spielen – als Frühjahrsnahrung für viele Wildtiere und Insekten sowie zur Bodenstabilisierung in feuchten Waldgebieten.

Wie Bärlauch dein Immunsystem stärkt und Krankheiten abwehrt

In der Welt der Wildkräuter nimmt er einen besonderen Platz ein. Seine zarten, grünen Blätter verbergen eine beeindruckende Palette gesundheitlicher Vorzüge, die ihn zu einem wahren Schatz in der Naturheilkunde machen. Obwohl die Forschung dazu bisher noch rar ist, konnten einige seiner Vorzüge wissenschaftlich bestätigt werden.

Bärlauch in der Natur

Kann freie Radikale neutralisieren

Die Inhaltsstoffe im Bärlauch – insbesondere das enthaltene Allicin – können freie Radikale neutralisieren, bevor sie zu oxidativem Stress und Zellmutationen verursachen. Das kann das Risiko chronischer Krankheiten senken.

Stabilisierung des Blutdrucks

Bärlauch hat die potentielle Fähigkeit, den Blutdruck zu senken und dadurch die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls senken.

Einfluss auf den Cholesterinspiegel

Durch die potentielle Senkung des Gesamtcholsterinspiegels kann er dein Herz langfristig geschützt und gesund erhalten werden.

Hilfe für das Verdauungssystem

Antibakterielle und antimykotische Inhaltsstoffe können die Darmflora ins Gleichgewicht bringen, wodurch Entzündungen, Blähungen, Krämpfe und andere Magenprobleme vermieden oder gelindert werden können. Die frischen Blätter können zudem das Magen-Darm-System von Bakterien und anderen Mikroben reinigen und dadurch schweren Krankheiten, unter anderem auch Krebs, vorbeugen.

Kann Bronchitis lindern

Frischer Bärlauch kann helfen, die Atemwege zu befreien, wodurch Husten gelindert und das Durchatmen verbessert werden kann.

Hilft der Haut

Ein Bad mit Bärlauch Blättern kann bei Hautproblemen eine große Hilfe sein, indem Entzündungen, Hautreizungen, Ekzeme oder Dermatitis gelindert werden.

Bärlauch in der Küche verwenden – Ideen und Rezepte

Nutze die Gelegenheit, um während der Bärlauch-Saison im Frühling frischen Bärlauch zu sammeln oder auf dem Markt zu kaufen. Ob in Pesto, Suppen, Salaten oder einfach auf’s Butterbrot – Bärlauch verleiht deinen Gerichten eine köstliche, knoblauchartige Note. Lass dich von der Vielseitigkeit dieses Wildkrauts, seinem würzigen Geschmack und seinen gesundheitlichen Vorteilen inspirieren. Hier ein paar Ideen zur Verwendung:

Bärlauch Öl in Glas und Bärlauch Blätter

Bärlauch Öl

Aus diesem Wildgewächs lässt sich ganz einfach ein besonders aromatisches Öl herstellen. Nutze diese wunderbare Möglichkeit, den frischen, knoblauchartigen Geschmack über die Saison hinaus zu konservieren und verwende es in Salatdressings, träufle es über gekochte Speisen oder genieße es einfach als Dip.

Zunächst benötigst du frischen Bärlauch. Die beste Zeit zum Sammeln ist im Frühjahr, bevor die Pflanzen zu blühen beginnen, weil sie dann am aromatischsten sind.

  1. Wasche die Blätter gründlich, um Schmutz und mögliche kleine Insekten zu entfernen. Lasse sie vollständig trocknen, weil Wasser die Haltbarkeit des Öls verringern und das Wachstum von Bakterien fördern würde.
  2. Zerkleinere die Blätter grob mit einem Messer oder in einem Multizerkleinere, um die Aromen freizusetzen.
  3. Wähle ein hochwertiges Öl als Basis. Ich empfehle Olivenöl, aber auch neutrale Öle wie Raps- oder Sonnenblumenöl eignen sich dazu.
  4. Gib den zerkleinerten Bärlauch in ein sauberes Glas und übergieße ihn mit dem Öl, bis alle Blätter bedeckt sind. Wie viel Öl du benötigst, hängt von der Menge des Bärlauchs ab.
  5. Verschließe das Glas und lasse das Öl an einem kühlen, dunklen Ort für mindestens eine Woche ziehen. Je länger es zieht, desto intensiver wird der Geschmack.
  6. Filtere das Öl nach der Ziehzeit durch ein feines Sieb oder ein Tuch, um die Bärlauchstücke zu entfernen. Das resultierende Öl sollte klar sein.
  7. Fülle das gefilterte Öl in eine saubere Flasche und bewahre es im Kühlschrank auf.
Bärlauch Pesto, daneben Bärlauch Blätter

Bärlauchpesto

Als eine frische und würzige Alternative zum klassischen Basilikum Pesto bringt es eine lebendige Note in die Küche. Ob als Begleiter zu Pasta, als raffinierter Brotaufstrich oder in Dressings – dieses Pesto ist eine einfache Möglichkeit, den Zauber des Frühlings direkt auf den Teller zu bringen.

Du brauchst:

150g frische Blätter vom Bärlauch
50g Parmesan
1 Knoblauchzehe
etwas Zitronensaft
50g Pinienkerne, leicht angeröstet und gehackt
150ml Rapsöl

Püriere alle Zutaten im Multizerkleinerer und schmecke mit Salz und Pfeffer ab.

Bärlauch Pesto, daneben Bärlauch Blätter

Bärlauchbutter

Die Bärlauchbutter ist nicht nur ein Geschmackshighlight, sondern auch eine wunderbare Möglichkeit, den einzigartigen Geschmack in verschiedensten Gerichten zu genießen. Die Zubereitung ist denkbar einfach und das Ergebnis absolut lecker.

Zutaten:

  • 250 g weiche Butter (Zimmertemperatur) Wenn die Butter zu hart ist, lasse sie einige Zeit bei Raumtemperatur stehen, bis sie die richtige Konsistenz erreicht hat.
  • Eine Handvoll frischer Blätter (etwa 20-30 g, je nach Geschmack)
  • 1 Teelöffel Zitronensaft (optional, für eine frische Note)
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack

So wird’s gemacht:

  1. Wasche zunächst die Blätter gründlich und trockne sie gut. Das ist wichtig, um Wasser in der Butter zu vermeiden.
  2. Hacke die Blätter mit einem scharfen Messer so fein wie möglich. Je feiner der Bärlauch gehackt ist, desto besser verteilt sich sein Aroma in der Butter.
  3. Vermische die weiche Butter in einer Schüssel mit dem gehackten Bärlauch. Füge den Teelöffel Zitronensaft hinzu, wenn du eine frische Note möchtest und würze die Mischung mit Salz und Pfeffer nach Geschmack.
  4. Vermische die Zutaten gründlich, bis sich der Bärlauch gleichmäßig in der Butter verteilt hat. Für eine besonders homogene Mischung kannst du auch einen Handmixer oder eine Küchenmaschine verwenden.
  5. Gib die Butter auf ein Stück Frischhaltefolie oder Backpapier und forme sie zu einer Rolle.
  6. Wickle die Bärlauchbutterrolle nochmals in die Folie oder das Papier ein und lege sie für einige Stunden in den Kühlschrank, bis sie fest wird. Alternativ kannst du die Butter auch einfrieren, wenn du sie für längere Zeit aufbewahren möchtest.
  7. Sobald die Butter fest ist, kannst du sie in Scheiben schneiden und servieren. Sie passt hervorragend zu frischem Brot, gegrilltem Fleisch, Fisch oder zur Verfeinerung von Gemüsegerichten.
Bärlauchsalz, daneben Bärlauch Blätter in einer Schale

Bärlauchsalz

Die Herstellung von Bärlauchsalz ist eine wunderbare Methode, um dieses einzigartige Aroma immer parat zu haben. Du brauchst dazu nur klein gehackte, trockene Bärlauchblätter oder Bärlauchpulver (siehe weiter unten) und grobes Meersalz.

So stellst du es her:

Mische das Bärlauchpulver mit dem groben Meersalz. Ein gutes Startverhältnis ist 1 Teil Bärlauch auf 2 Teile Salz. Du kannst das Mischungsverhältnis jedoch nach deinem persönlichen Geschmack anpassen. Fülle das Bärlauchsalz in ein trockenes, sauberes Glas mit fest schließendem Deckel. Bewahre es an einem kühlen, dunklen Ort auf.

Mein Tipp: Bärlauchsalz eignet sich auch hervorragend als Geschenk für Freunde oder Familie, die gerne kochen.

Bärlauch als Salat

Als Salat

Junge, frische Bärlauch Blätter eignen sich als eine tolle Ergänzung in Frühlingssalaten. Kombiniert mit anderen Salatsorten, Radieschen und jungen Spinatblättern kannst du einen leckeren und gesunden Salat zaubern.

Als Würze in Dips und Soßen

Fein gehackter Bärlauch kann Dips, Saucen und Cremes einen frischen, würzigen Kick verleihen. Er passt gut zu Joghurt- oder Quarkdips sowie zu Mayonnaise oder Aioli.

In Quiches oder Tartes

Bärlauch lässt sich hervorragend in Quiches, Tartes oder anderen gebackenen Gerichten verwenden. Er gibt ihnen ein besonders würziges Aroma.

In Brot- oder Nudelteig

Du kannst die Blätter fein hacken und in Brot-, Pizzateig oder Nudelteig einarbeiten, um diesen eine besondere Note zu geben.

Als Füllung

Fleischgerichte – wie beispielsweise Hühnchenbrust oder Rouladen – kann Bärlauch mit seinem besonderen Aroma verfeinern.

Trocknen oder zu Pulver verarbeiten

Du kannst Bärlauch trocknen; zu Pulver verarbeiten und ihn als Gewürz verwenden. So kannst du das ganze Jahr von seinem großartigen Geschmack profitieren.

Wähle dafür frische, gesunde Blätter aus. Am besten sammelst du sie an einem trockenen Tag, nachdem der Morgentau verdunstet ist.

  • Wasche die Blätter vorsichtig unter kaltem Wasser, und trockne sie danach sanft mit einem sauberen Tuch oder Küchenpapier.
  • Entferne grobe Stiele oder beschädigte Teile
  • Je nach bevorzugter Methode zum Trocknen kannst du die Blätter entweder ganz lassen oder für eine schnellere Trocknung grob hacken.
  • Willst du die Blätter an der Luft trocknen, breite sie in einer einzigen Schicht auf einem sauberen Tuch oder einem Trockennetz aus. Wähle einen warmen, trockenen Ort mit guter Luftzirkulation, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung. Je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur kann dieser Prozess mehrere Tage in Anspruch nehmen.
  • Im Backofen solltest du die niedrigste Einstellung verwenden (idealerweise nicht höher als 40-50°C). Verteile die Blätter auf einem Backblech mit Backpapier, sodass sie sich nicht überlappen. Lasse die Ofentür einen Spalt offen, um die Feuchtigkeit entweichen zu lassen und überprüfe die Blätter regelmäßig. Dieser Prozess kann 2-4 Stunden dauern, abhängig von der Temperatur und der Dicke der Blätter.
  • Wenn du ein Dörrgerät besitzt, breite die Blätter auf den Trocknungsgittern aus. Folge den Anweisungen des Geräts. Normalerweise wird eine Temperatur von 40-50°C für 6-12 Stunden empfohlen.

Die Blätter sind ausreichend getrocknet, wenn sie sich knusprig anfühlen und leicht brechen lassen. Achte darauf, dass keine Feuchtigkeit zurückbleibt, um Schimmelbildung zu vermeiden. Nun kannst du die getrockneten Blätter grob zerkleinern oder zu Pulver verarbeiten. Bewahre den getrockneten Bärlauch in einem luftdichten Behälter an einem kühlen, trockenen Ort auf. So bleibt er mehrere Monate haltbar.

Risiken und Sicherheitshinweise

Um eine Verwechslung mit Maiglöckchen oder der Herbstzeitlosen zu vermeiden, solltest du die Blätter leicht zerreiben und daran riechen. Du erkennst Bärlauch am Knoblauchgeruch, welcher bei den anderen, giftigen Pflanzen fehlt. Es ist immer eine gute Idee, sich vor dem Sammeln mit den charakteristischen Merkmalen und seinen giftigen Verwandten vertraut zu machen. Entferne beim Sammeln nicht alle Blätter einer Pflanze, um die nachhaltige Erhaltung des Bestandes zu sichern.

Gedanken zum Schluss

Dieser grüne Frühlingbote ist weit mehr als nur eine kulinarische Delikatesse. Mit seiner vielseitigen Nutzung in der Küche und den beeindruckenden gesundheitlichen Vorteilen hat er sich einen festen Platz in den Herzen von Feinschmeckern und Gesundheitsbewussten gleichermaßen erobert. Er setzt nicht nur besondere Akzente in Speisen, sondern beeindruckt zudem mit einer außergewöhnlichen Wirkung auf die Gesundheit. Lass dich von der Vielseitigkeit dieses Wildkrauts inspirieren und genieße seine geschmacklichen und gesundheitlichen Vorteile!

Bleib oder werde gesund und pass gut auf dich auf!

Haftungsausschluss

Besuche mich doch auch mal auf Pinterest!

Weiterlesen auf gesundgelaunt.de:

Heilpflanzen im Frühjahr: Grünes Gold für Körper und Geist

Pesto selber machen: 22 unwiderstehliche Kreationen zum Ausprobieren

Quellen:

(1) Arakelyan, H. S. (2020, Mai). Wild Garlic and Health. ResearchGate. Tokyo Medical University Hospital.
(2) Stanisavljević, N., Sokovic Bajic, S., Jovanovic, Z. S., Matić, I., Tolinački, M., Popović, D., Popović, N., Terzić-Vidojević, A., Golić, N., Beškoski, V., & Samardzic, J. (2020). Antioxidant and Antiproliferative Activity of Allium ursinum and Their Associated Microbiota During Simulated in vitro Digestion in the Presence of Food Matrix. Frontiers in Microbiology, 11, 601616. https://doi.org/10.3389/fmicb.2020.601616
(3) Das grüne Lexikon Hortipendium unter https://www.hortipendium.de/B%C3%A4rlauch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert