Migräne: 12 nachgewiesene Hausmittel und Tipps gegen Migräne

Migräne kann wirklich lästig sein. Weltweit leiden rund eine Milliarde Menschen unter diesen anfallsartigen, neurologischen Beschwerden. Und obwohl Migräne ein altes, bekanntes Leiden ist, tappen Forscher immer noch im Dunkeln, wenn es darum geht, es vollständig zu heilen.

Wenn du zu den Betroffenen gehörst, dann kennst du den Unterschied zwischen Migräne und einem normalen Kopfschmerz. Vielleicht blendet dich plötzlich das Licht, laute Geräusche sind kaum auszuhalten oder Übelkeit begleitet deinen Alltag. Wenn das so ist, solltest du unbedingt einen Arzt konsultieren, bevor du irgendwelche Medikamente ausprobierst.




Es gibt jedoch nachgewiesene Hausmittel, mit denen du Migräneanfällen entgegenwirken, ihre Dauer verkürzen und das Ganze etwas erträglicher machen kannst. Klingt gut? Dann lass uns starten…

Woher kommt das Wort?

Das Wort „Migräne“ stammt aus dem Griechischen des zweiten Jahrhunderts. Der in Rom tätige griechische Arzt Galenus (129-216 n.Chr.) war einer der bedeutendsten Ärzte der Antike. Er beschäftigte sich intensiv mit den Ursachen dieses mysteriösen Problems und nannte es Hemicrania – „halber Kopf“- vermutlich, weil diese Schmerzen vorwiegend den halben Kopf betreffen. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff in Europa übernommen und angepasst.

Migräne – ein altes Leiden

Hippokrates, der als der beste Arzt des Altertums gilt, erklärte schon 400 v. Chr. die Symptome der Migräne und erkannte bereits einen Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Bewegungen und den rasenden Kopfschmerzen. Er war der Auffassung, dass Dämpfe, die vom Magen bis in den Kopf steigen, die Schmerzen und die Übelkeit auslösen und Erbrechen die Schmerzen teilweise lindern kann.

In einer Aufzeichnung aus dem 10. Jahrhundert werden vier Kräuter vorgeschlagen, die Mediziner zur Linderung nutzen könnten – darunter auch Rosmarin und Salbei.

Im 16. und 17. Jahrhundert wurden neben dem Aderlass vorwiegend Heilpflanzen genutzt.

Ende des 19. Jahrhunderts trat in diesem Zusammenhang vor allem ein bedeutender kanadischer Mediziner und Medizinhistoriker in Erscheinung: Sir William Osler. In seinem Werk „The Principles and Practice of Medicine“ (1892) widmete er sich unter anderem dem Thema Migräne und möglichen Behandlungen und beeinflusste damit maßgeblich die Ärzteschaft. Vorbeugend empfahl er die Vermeidung von Aufregung und negativen Umwelteinflüssen sowie regelmäßige. aber mäßige Mahlzeiten. Bei einer akuten Migräneattacke schlug er unter anderem Bettruhe in einem ruhigen Raum, eine kleine Tasse starken Kaffee sowie Mutterkorn (ein Gras und Getreidepilz) vor (3).




Naturheilmittel gegen Migräne

Obwohl, wie du vielleicht schon weißt, Migräne noch nicht vollständig geheilt werden kann, gibt es natürliche Helfer, die den Schmerz lindern und Anfällen vorbeugen können:

Pfefferminze

Als natürliches ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Menthol kann die Pfefferminze in der Aromalampe Erleichterung bringen, denn ihre Dämpfe wirken kühlend, beruhigend und schmerzlindernd.

Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen wird direkt auf die Stirn und die Schläfen aufgetragen, um die Durchblutung anzuregen. In geringer Menge stimuliert es die Kälte- und Druckrezeptoren und in hohen Konzentrationen auch die Wärme- und Schmerzrezeptoren (4).

Das Deutsche Ärzteblatt schreibt dazu, dass Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen ebenso wirksam sein kann wie ein Analgetika.

Weidenrinde

Weidenrinde ist das „Aspirin der Wälder“ und in Form von Tee, Tinktur oder Salbe ein uraltes Hausmittel gegen Entzündungen, Schmerzen und Fieber.

Wissenschaftler fanden in einer Studie heraus, dass sich mit einem Fertigpräparat aus 300mg Weidenrinde und 300g Mutterkraut die Anfallshäufigkeit reduzieren und die Schmerzen lindern lassen. Auch die Migränedauer nahm durch diese Kombination ab. Nach 6 Wochen verminderte sich die Häufigkeit der Anfälle um 60%, die Schmerzen um knapp 40% und die Dauer um knapp 70%. Nach 12 Wochen reduzierten sich die Schmerzen bereits um über 60% und die Anfallsdauer um über als 75%.

Ingwer

Leider kann die Powerwurzel Ingwer nicht vorbeugend genutzt werden. Allerdings wurde in einer Metaanalyse festgestellt werden, dass durch die Einnahme von Ingwerextrakt ein höherer Anteil an Teilnehmern bereits nach 2 Stunden schmerzfrei waren. Zudem verringerte der Ingwer das Risiko von Übelkeit und Erbrechen – und das ohne nennenswerte Nebenwirkungen.

Die Wissenschaftler schlagen daher vor, dass roher Ingwer oder ein Ingwerextrakt als Hausmittel gegen die Symptome wirksam sein kann (6).

Mutterkraut gegen Migräne

Mutterkraut

Studien zufolge ist Mutterkraut bei regelmäßiger Anwendung in der Lage, Migräneanfällen vorzubeugen sowie Übelkeit und Kopfschmerzen zu lindern. Sogar die Häufigkeit – sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen – kann reduziert werden. Allerdings brauchst du ein wenig Geduld, denn Mutterkraut braucht ein paar Wochen, bis die Wirkung einsetzt.

Diese sehr gut verträgliche Heilpflanze kannst du als Tee oder als Kapseln nutzen. Falls du allerdings allergisch auf Korbblütler reagierst, ist Mutterkraut nichts für dich.

Magnesium

Forscher konnten in Studien zeigen, dass Migränepatienten einen geringeren Magnesiumspiegel haben. Dunkles Gemüse, Vollkornprodukte und Nüsse enthalten viel Magnesium, was vorbeugend gegen die Migräneanfälle helfen kann (7)(8).

Um die zur Vorbeugung benötigte Dosis gegen Migräne zu erhalten, ist eventuell ein Nahrungsergänzungsmittel notwendig. Die Einnahme und die tägliche Dosis solltest du mit deinem Arzt oder Heilpraktiker absprechen (7).

Rosmarin

Trotz fehlender wissenschaftlicher Nachweise ist ein Rosmarin Tee, aber auch das Einreiben von Stirn und Schläfen mit ätherischem Rosmarin Öl ein altes Hausmittel gegen Spannungskopfschmerzen.

Schüssler Salze

Diese hochverdünnten Mineralsalze können gegen Spannungskopfschmerzen wirksam sein und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren.

10 Tabletten des Schüssler Salzes Nr. 7 – aufgelöst in einem Glas Wasser und in kleinen Schlucken getrunken – können gegen die Kopfschmerzen helfen (10).




Weitere Möglichkeiten zur Vorbeugung und Linderung

Stress reduzieren

Stress wurde bei 7 von 10 Patienten als Ursache für einen Migräneanfall ausfindig gemacht. Deshalb solltest du versuchen, Stresssituationen zu vermeiden bzw. den Stress möglichst schnell abzubauen – beispielsweise durch Meditation, Yoga, Atemtechniken, ein warmes Bad oder Musik (8) (9).

Yoga

Diese meditative Technik kann laut einer Untersuchung die Symptome von Migräneanfällen reduzieren und zudem Angst und Stress lindern. Das kann wichtig sein, weil sie zur Verschlimmerung der Migräne führen können (9).

Akupressur Migräne LI4

Akupressur

Diese Technik bietet eine gute Möglichkeit, die Übelkeit zu reduzieren. Dazu kannst du den Akupressurpunkt zwischen dem linken Daumen und Zeigefinder LI 4 (siehe Bild oben) für 5 Minuten mit kreisenden, festen, aber nicht schmerzenden Bewegungen drücken. Andere Symptome konnten durch diese Akupressur laut einer Studie leider nicht gelindert werden (9).

Massage

Eine Massage von Schultern und Rücken kann nicht nur Stress abbauen, sondern auch Schmerzen lindern. Du kannst dich von einem professionellen Masseur behandeln lassen oder eine Selbstmassage durchführen. Dazu stellst du dich mit einem Tennisball an eine Wand und fährst mit ein wenig Druck über Schultern und Rücken (9).

Ausruhen

Das Entspannen in einem dunklen Raum, aber auch Schlafen kann die Symptome lindern. 7-9 Stunden Schlaf sind ideal – zu viel oder zu wenig können ebenfalls ein Auslöser für Migräne sein.




Zum Schluss

Migräne betrifft zu 75% Frauen und äußert sich in den unterschiedlichsten Symptomen: extreme Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen und mehr. Während bei den einen die Migräne durch Medikamente gelindert werden kann, haben andere Nebenwirkungen und greifen lieber auf Hausmittel zurück.

Eine weitere Möglichkeit ist, zu ergründen, welche Trigger die Symptome auslösen und den Lebensstil entsprechend ein wenig anzupassen.

Schwere Migräne oder häufige Anfälle gehören immer in die Hände eines Arztes.

Bleib oder werde gesund und pass gut auf dich auf!

Haftungsausschluss

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Quellen

(1) Migraine & Headache Australia; History of Headache; Nachzulesen unter diesem Link
(2) BBC Radio 4; Ten facts about the dark world of migraines; Nachzulesen unter diesem Link
(3) Cambridge University Press; Osler on Migraine; Nachzulesen unter diesem Link
(4) Deutsches Ärzteblatt; Spannungskopfschmerz: Pfefferminzöl ist anderen Analgetika ebenbürtig; Nachzulesen unter diesem Link
(5) NIH National Institute of Health; R Shrivastava, J C Pechadre, G W John; Tanacetum parthenium and Salix alba (Mig-RL) combination in migraine prophylaxis: a prospective, open-label study

(6) Chittaranjan Andrade; Ginger for Migraine; NIH National Library of Medicine: Nachzulesen unter diesem Link
(7) Lisa A. Yablon and Alexander Mauskop,; Magnesium in headache; National LIbrary of Medicine; Nachzulesen unter diesem Link.
(8) American Migraine Foundation; Magnesium and Migraine; Nachzulesen unter diesem Link
(9) MedicalNewsToday; 15 home remedies for migraine relief and prevention; Nachzuöesen unter diesem Link
(10) Helsana; Tipps gegen Migräne; Nachzulesen unter diesem Link9)

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