Warum Feigenblätter so wertvoll sind

Seit dem Auszug von Adam und Eva aus dem Paradies kennt wohl fast jeder die Geschichte um die legendären Feigenblätter. Hätten die Beiden nicht vom Baum der Erkenntnis gegessen und dadurch ihre Nacktheit entdeckt, wäre das Feigenblatt vermutlich nicht zu solchem Ruhm gekommen. Schließlich ist es ja nicht zu unterschätzen, die erste namentlich erwähnte Pflanze in der Bibel zu sein.
Auch den alten Römern war der Feigenbaum heilig, sodass sogar die beiden Stadtgründer Romulus und Remus in seinem Schatten begraben wurden.
Eine besondere spirituelle Bedeutung hat die Feige auch für Buddhisten. Nach dem Mythos soll Buddha unter einem besonderen Feigenbaum (Ficus religiosa) seine Erleuchtung empfangen haben.
Ob an der Magie der Feigenbäume tatsächlich etwas dran ist? Wir wissen es nicht. Jedenfalls hat es Forscher dazu bewegt, sich diesen Baum genauer anzusehen.
Warum Feigenblätter so wertvoll sind, erfährst du hier.

Was in den Feigenblättern steckt

Besonders im Mittelmeerraum ist die Feige (Ficus carica) zahlreich zu finden. Es wird vermutet, dass der ursprünglich in Asien beheimatete Baum über Seeleute in die verschiedenen Länder gelangte.

Nicht nur die Früchte, sondern auch die Feigenblätter der echten Feige (Ficus carica-Folia) stecken voller interessanter Inhaltsstoffe wie Polysaccharide, Cumarine, Phenole, Gerbstoffe und Vitamin C. Einige der Inhaltsstoffe können beispielsweise deine Verdauung unterstützen. Andere können für einen ausgeglichenen Cholesterin- und Blutzuckerspiegel sorgen.

So schmecken die Blätter von Feigen

Feigenblätter haben einen angenehmen, leicht vanilleartigen und nussigen Geschmack. Zur Zubereitung von Tee oder Sirup solltest du nur junge und gesunde Blätter verwenden. Die älteren Blätter haben kein gutes Aroma mehr und sind zudem sehr fasrig.

Warum Feigenblätter so wertvoll sind

Blutzuckerspiegel und Diabetes

Leider ist – zumindest nach bisherigen Erkenntnissen – ein Feigenblättertee nicht in der Lage, Diabetes zu heilen. Dennoch könnte er für Diabetiker Typ 1 interessant sein. In einer Untersuchung wurde nämlich festgestellt, dass ein Feigenblättertee zum Frühstück den Insulinbedarf der Probanden um 12% senken kann. Allerdings war diese Studie mit nur 10 Teilnehmern sehr klein, weshalb noch weitere Forschung nötig ist (1).

Das Rezept für einen Feigenblätterlee zum selber machen findest du weiter unten. Der Tee ist sehr lecker und duftet herrlich nach Feigen.

Effekte auf Krebszellen

Ob Feigenblätter über Wirkstoffe gegen Krebs verfügen, wurde in Laborexperimenten untersucht. Die Ergebnisse bei Brustkrebs, Leberkrebs, Dickdarmkrebs oder Gebärmutterhalskrebs sind erfolgversprechend. Allerdings müssen weitere Untersuchungen am Menschen durchgeführt werden, um die positiven Resultate zu bestätigen (1).

Erkältung

Die sowohl zu Tee als auch zu Sirup verarbeiteten Blätter können Symptome von Erkältungskrankheiten lindern.

Einen Feigenblättersirup kannst du ganz einfach selber herstellen. Das Rezept dazu gibt’s weiter unten.

Warzen

Der milchig-weiße Saft aus den Blattstielen ist als Hausmittel gegen Warzen überliefert. Im Internet findest du einige Hinweise zur Anwendung.

Wundheilung und Schmerzlinderung

Traditionell wird ein kalter Tee aus Feigenblättern sowohl zur Wundheilung als auch zur Schmerzlinderung genutzt.

Dazu wird einfach eine Kompresse in den handwarmen Tee getaucht und auf die betroffene Stelle gelegt.

Verstopfung

Feigenblättertee wird in der alternativen Medizin unter anderem auch verwendet, um Verstopfungen zu lindern und die Verdauung anzuregen.

Feigenblätter mt Früchten

Rezepte zur Nutzung von Feigenblättern

Feigenblättertee

Dieser Tee ist schnell hergestellt: Koche 500ml Wasser auf, gib 2 Teelöffel getrocknete Feigenblätter dazu und lasse die Mischung 5 min. sieden. Danach einfach durch ein Sieb abseihen und noch lauwarm trinken.

Feigenblattsirup

Feigenblattsirup kannst du entweder fertig kaufen oder selber herstellen.
Das Rezept dazu ist einfach: Gib etwa 20 Feigenblätter in 1,5l kochendes Wasser und lasse die Mischung etwa 20 Minuten bei geringer Hitze simmen. Den Topf nun vom Herd nehmen, etwas abkühlen lassen und die Mixtur durch ein engmaschiges Sieb oder Passiertuch in einen anderen Topf gießen. Diesen wieder zusammen mit 1kg Zucke und etwas Vanillezucker aufkochen und etwa 1/2 Stunde unter Rühren einkochen lassen. Vom Herd nehmen, einige Spritzer Zitronensaft zugeben, gut umrühren und in Flaschen abfüllen.

Feigenblätter in der Küche

Wenn du nicht gerade einen Feigenbaum zu Hause hast, sind die frischen Blätter schwer zu bekommen. Grundsätzlich kannst du Feigenblätter genauso nutzen wie Weinblätter, indem du sie mit einer Reis- oder Fleischmischung füllst.

Mögliche Nebenwirkungen

Manche Menschen reagieren allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe der Feige. Die in den Blattstielen befindliche milchige Flüssigkeit enthält natürliches Latex, welches bei besonders anfälligen Menschen zu allergischen Reaktionen führen kann.

Feigenblättertee solltest du nur trinken, wenn du Beschwerden hast. Wenn du ihn überdosierst, können Übelkeit, Durchfall oder Kopfschmerzen die unangenehme Folge sein.

Falls du Medikamente einnimmst, schwanger bist oder stillst, solltest du die Anwendung von Feigenblättertee vorab mit deinem Arzt oder Heilpraktiker besprechen.

Fazit

Warum Feigenblätter so wertvoll sind?
Seit Jahrtausenden werden sie in der TCM zu Heilzwecken genutzt. Sie sind – genauso wie die Früchte – reich an Nährstoffen und können bei einigen Gesundheitsproblemen nützlich sein.

Leider ist das Potential zur medizinischen Anwendung von Feigenblättern bisher noch nicht genügend erforscht. Oft wurden die Studien ausschließlich im Labor durchgeführt und müssen noch „am Menschen“ bestätigt werden.

Dennoch sprechen sowohl die Überlieferung als auch die bisherigen Forschungsergebnisse für die besondere Wirkung bei bestimmten Beschwerden. Gib der Natur eine Chance!

Bleib oder werde gesund und pass gut auf dich auf!

Haftungsausschluss

Quellen:

(1) Healthline; All You Need to Know About Figs; Zugriff am 19.07.22 unter diesem Link

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