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Abhyanga: Nimm dir die Zeit, dich selbst zu verwöhnen

Wir alle erleben gerade eine schwierige Zeit. Ist es nicht gerade deshalb wichtig, sich selbst etwas Gutes zu tun? Abhyanga ist eine traditionelle und zudem die wohl bekannteste Selbstmassage mit heilenden Ölen.
Das Wort kommt aus dem Sanskrit und bedeutet frei übersetzt „Behandlung mit liebenden Händen und Herz“.
Abhyanga hat ihren Ursprung in der indischen Heillehre und kann professionell von einem Ayurveda – Therapeuten oder ganz einfach selbst zu Hause praktiziert werden.
Nimm dir doch einfach mal die Zeit, dir selbst etwas Gutes zu tun!

Das Geheimnis von Abhyanga? Warme, heilende Öle werden vom Kopf bis zu den Fußsohlen in die Haut einmassiert. Diese Behandlung soll nicht nur dazu beitragen, Stress abzubauen, sondern auch für besseren Schlaf zu sorgen.

Hier erfährst du, wie du dich selbst oder deinen Partner bzw. deine Partnerin mit der Abhyanga Massage verwöhnen kannst.

Warum dir Abhyanga so gut tut

Obwohl es nur wenige wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit dieser Heilmethode gibt, schwören die Inder seit Jahrtausenden darauf.

Die heilende Wirkung ist größtenteils überliefert und wurde durch unzählige positive Erfahrungsberichte bestätigt.

Welche besonderen Vorteile hat Abhyanga?

Für die Gesundheit der Haut

Es ist nicht neu: Eine Massage mit heilenden Ölen hat nicht nurl einen bedeutenden Effekt auf die Gesundheit, sondern als auch auf die Haut. Abhyanga kann nämlich unter anderem dazu beitragen, Falten, Narben und Orangenhaut zu mildern und das Hautbild insgesamt zu verbessern.

In einer wissenschaftlichen Studie wurde die Nutzung von Massagerollern auf die Haut untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass eine kurzfristige Massage mit einem Gesichtsroller den Blutfluss in der Haut erhöhen kann und eine langfristige Massage (in dieser Studie über 5 Wochen bei täglicher Anwendung) wirksam gegen Gefäßerweiterungen sein kann (4).

Zum Stressabbau und zur Beruhigung

Dass Abhyanga hilft, Stress abzubauen, zeigen vielversprechende Ergebnisse einer kleinen Pilotstudie an 20 Teilnehmern (10 männlich und 10 weiblich).

Im Ergebnis konnte durch Abhyanga der sujektiv empfundene Stress signifikant reduziert werden.
Das, so die Forscher, könnte sich auf die Regulierung des Blutdrucks allgemein, aber auch bei Menschen mit zu hohem Blutdruck positiv auswirken (1) (2).

Für einen schnelleren Abtransport der Schadstoffe

Abhayanga soll den Lymphfluss anregen, was zu einem schnelleren Abtransport der „Abfallstoffe“ führen kann.
Während oder nach Krankheiten oder Operationen ist es wichtig, dass du den Arzt vor Anwendung einer Massage befragst.

Bei steifen Muskeln

Dass eine Selbstmassage beispielsweise die Bewegungsleistung der Unterschenkel vor dem Dehnen verbessern kann, zeigten Forscher in einer kleinen Studie an 15 jungen Teilnehmern zwischen 22 und 28 Jahren sowie an 15 Probanden mittleren Alters (zwischen 40 und 50).

Obwohl es offensichtlich einige vielversprechende Hinweise zur Muskelentspannung gibt, muss noch weiter geforscht werden.

Für einen normalen Blutdruck

Wie bereits oben beschrieben, kann Abhyana durch die Stressreduktion dazu führen, einen normalen Blutdruck beizubehalten oder erhöhten Blutdruck zu normalisieren (1).
Ein zu hoher Blutdruck gehört jedoch in die Hände eines Arztes.

Besser schlafen mit Abhyanga

Für einen besseren Schlaf

Wie wichtig guter Schlaf für die Gesundheit ist, ist nicht neu. Abhyanga wird bei Einschlafproblemen oder Schlafstörungen seit Generationen mit Erfolg angewendet.

Zur Verbesserung der Sehkraft

Besonders die Massage der Füße, genannt Padabhyanga, soll zur Verbesserung der Sehkraft beitragen.
Ein entsprechender Artikel dazu erschien im World Journal of Pharmaceutical Research unter dem Titel „Role of Padhabyanga in Netra Hoga: A Review Study“ (DOI: 10.20959/wjpr20199-15527).

Wie Abhayanga funktioniert

Ideal ist Abhyanga am Morgen. Du kannst die Massage im Stehen, im Sitzen oder im Liegen durchführen. Die Selbstmassage sollte angenehm sein und nicht zu heftig durchgeführt werden. Und so verwöhnst du dich selbst mit einer Massage:

  1. Erwärme etwas Öl in einem Topf. Achte darauf, dass es nicht zun heiß wird – es darf wirklich nur warm sein.
  2. Wärend das Öl erwärmt, kannst du deinen Körper mit einer nicht zu harten Bürste von abgestorbenen Zellen und Schmutz befeien und die Poren für die Aufnahme von Öl vorbereiten.
  3. Nun beginnst du mit dem warmen Öl am Kopf. Wenn du magst, kannst du mit einer kleinen Menge Öl bei den Haarspitzen beginnen und den Kopf leicht massieren. Du kannst aber auch mit dem Gesicht und den Ohren starten. Bearbeite Gesicht und Ohren mit den Fingern, wobei die Stimulation der Ohren hier besonders wichtig sind.
  4. Arbeite dich nun (inklusive der Finger und Zehen) bis zu den Fußsohlen vor. Die offenen Handflächen und die Innenseite der Finger sind dafür besser geeignet als die Fingerspitzen. Das Öl sollte in kreisenden Bewegungen einmassiert werden, um die so genannten Marmapunkte zu stimulieren. Das ist wichtig, weil sie einen Einfluss auf alle Teile des Körpers haben.
    Die Fußsohlen nicht vergessen! Sie sind deshalb wichtig, weil sich hier alle Nervenenden befinden.
  5. Weil es einige Minuten dauert, bis das Öl von der Haut aufgenommen wird und in die tieferen Hautschichten eindringt, solltest du ihm 5-10 Minuten Zeit geben.. Du kannst dich in dieser Zeit entspannen und ein paar Mal tief durchatmen.
  6. Damit das Öl deine Poren nicht verstopften kann, solltest du am Ende duschen oder baden. Das Wasser sollte nicht zu heiß sein. Nutze eine milde Seife und vermeide das Rubbeln.
  7. Beim Abtrocknen solltest du die Haut mit dem Handtuch nur abtupfen.

Du kannst dir diese Selbstmassage immer gönnen, wenn es deine Zeit erlaubt. Obwohl eine tägliche Massage empfohlen wird, könntest du auch bei zwei oder drei Massagen pro Woche schon sehr gute Effekte erzielen.

Quellen dieses Abschnittes:
1. Kerala Ayurveda unter keralaayurveda.us
2. Importance of Abhyanga in Todays Scenario unter
https://www.researchgate.net/publication/324326991_Importance_of_Abhyanga_in_Today’s_Scenario/link/5c164f5fa6fdcc494ff8fe68/download

Handtuch mit zwei verschiedenen Ölen für Abhyanga

Welches Öl ist sinnvoll?

Basisöle

Man sagt, dass Kokosöl am besten für den Sommer und den frühen Herbst geeignet ist, weil Kokosöl grundsätzlich kühlend wirkt (3).

Sesamöl erwärmt das Körpersystem und sollte dagegen eher im Winter oder im zeitigen Frühling verwendet werden (3).

Kleine Anmerkung: Auch Jojobaöl eignet sich sehr gut. Das benutze ich persönlich sehr gerne.

Heilende Kräuteröle

Die Öle kannst mit Kräutern versetzen, um aus der Selbstmassage einen optimalen Nutzen zu ziehen. In der indischen Heillehre werden beispielsweise oft Kurkuma oder Nelken zugesetzt.

Obwohl es so in der Ayurveda nicht zu finden ist, nutze ich aus Zeitgründen gern ätherisches Öl, welches ich in das erwärmte Basisöl gebe. Einige Tropfen pro 50 – 100ml Basisöl genügen. Lavendelöl oder Rosenöl eignet sich meiner Meinung nach sehr gut dafür.

Achtung! Viele ätherische Öle sollten nicht pur angewendet werden.

Wenn du einen einen heilenden Ölauszug mit Kräutern herstellen möchtest, gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Für einen Kaltauszug musst du etwas Geduld mitbringen. Das Öl muss einige Wochen stehen, um die Inhaltsstoffe aus dem Pflanzen ziehen zu können. Ein Heißauszug geht etwas schneller. Eine gute Erklärung zur Herstellung von heilenden Ölauszügen findest du bei smarticular.

Für wen Abhyanga nicht geeignet ist

Jede Art von körperlichen Problemen gehören in die Hände eines Arztes.
Unabhängig davon solltest du Abhyanga trotz seiner Vorteile nicht anwenden, wenn du unter Verdauungsstörungen leidest, Fieber hast oder an unerklärbarer Gewichtszunahme leidest. Auch bei Kreislauf- oder Herzproblemen solltest du die Selbstmassage nicht anwenden.

Schwangere und stillende Mütter sollten ebenfalls auf diese Massage verzichten. Da es sich hier um einen rein informativen Text handelt, solltest du im Zweifel immer einen Arzt zu Rate ziehen.

Fazit

Ungeachtet fehlender wissenschaftlicher Beweise schwören die Inder auf diese traditionelle und äußerst beliebte Massage mit heilenden Ölen. Was bisher wissenschaftlich geprüft wurde, erwies sich in vielen Fällen als hilfreich zur Gesunderhaltung oder zur Genesung.

Um die Wirkung eindeutig nachweisen zu können, sind weitere Studien notwendig. Da Abhyanga nach bisherigen Forschungsergebnissen fast durchweg positiv bewertet wurde, werden vermutlich weitere wissenschaftliche Untersuchungen folgen.

Sich selbst oder einen anderen Menschen zu verwöhnen, ist eine Wohltat für Körper und Geist.
Probiere es aus – es lohnt sich!

Bleib oder werde gesund und pass gut auf dich auf!

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