Meerrettich: gesundheitliche Vorteile und Vermehrung

Wegen seines breiten Wirkspektrums wurde der Meerrettich, der in Süddeutschland und Österreich “Kren” genannt wird, zur Heilpflanze des Jahres 2021 gekürt. Das hat er sich auch redlich verdient. Denn mit seinen antibakteriellen, antiviralen und entzündungshemmenden Eigenschaften wird er auch als das “Penicillin aus dem Garten” bezeichnet. Die Vermehrung von Meerrettich im eigenen Garten lohnt sich, um gesundheitliche Vorteile den ganzen Winter über nutzen zu können.

Auch kulinarisch hat Meerrettich einiges zu bieten. Mit seinem beispiellosen kräftig-scharfen Aroma hat Meerrettich als Beigabe zu Kochschinken oder als Meerrettichsoße zu einem leckeren Tafelspitz den Weg in unsere Küche längst erobert.

Über die Herkunft des Meerrettichs besteht Uneinigkeit. Manche vermuten, dass der Meerretich mit den Seefahrern über das Meer kam. Dafür könnte sprechen, dass der Meerrettich häufiger in Küstenregionen anzutreffen ist.

Der Name könnte aber auch von dem altdeutschen Wort “mer” stammen, was so viel wie “groß” bedeutet. Ein “großer Rettich” also, denn er kann eine erstaunliche Größe erreichen. Wenn du an weiteren Informationen zur Geschichte des Meerrettichs interessiert bist, wirst du hier fündig.

Meerrettich Pflanzen wachsen in Gartenerde.

Meerrettich anbauen und vermehren


Ein großer Vorteil des Meerrettich ist, dass man ihn – beginnend ab November – den ganzen Winter über ernten kann. Sobald die Blätter anfangen zu welken und trocken werden, ist die Meerrettich-Wurzel erntebereit und du kannst sie vorichtig herausheben. Am besten benutzt du dazu eine Gartengabel, damit du die Wurzel und die seitlichen Triebe nicht beschädigst.

Weil man Meerrettich nicht über Samen züchten kann, muss man ihn über die seitlich heraustreibenden Wurzeln, die sogenannten Fechser, vermehren.
Willst du den Meerrettich weiter ziehen, müssen diese Seitenwurzeln wieder zurück in die Erde. Das bedeutet, dass du von der großen Meerrettich-Wurzel, die für deine Speisen bestimmt ist, die Fechser zum Weiterziehen abschneiden musst.
Erntest du im Winter, kannst du die kleinen Seitenwurzeln im Frühjahr zurück in die Erde stecken.

Zum Weiterziehen mit Fechsern gehst du am besten folgendermaßen vor: Du schneidest die Fechser etwas schräg von der Hauptwurzel ab. Am oberen Teil werden die Wurzeln dann gerade und am unteren Ende schräg abgeschnitten. Die oberen zwei Drittel der Fechser werden noch von den Knospen und den kleineren anhängenden Wurzeln befreit. Das geht am besten mit einem Tuch – immer von oben nach unten. Das letzte Drittel der Wurzel sollte nicht abgerieben werden. So vorbereitet können die Fechser im Frühjahr wieder in die Erde gesetzt werden.

Meerrettich als Powerwurzel für deine Gesundheit


Scharf im Geschmack und stark gegen Keime

Wie überlieferte Rezepte dokumentieren, wurde die Meerrettichwurzel bereits im 10. Jahrhundert zu Heilzwecken eingesetzt. Seine Heilkraft hat der Meerrettich den enthaltenen Senfölglykosiden zu verdanken, welche für die antibaterielle Wirkung verantwortlich und sogar bei multiresistenten Keimen effektiv sind.

Power für das Immunsystem

Meerrettich besitzt einen hohen Nähr- und Mineralstoffgehalt. Dazu gehören unter anderem Vitamin C, Kalium, Kalzium, Magnesium und Zink. Besonders das enthaltene Vitamin C stärkt das Immunsystem und wirkt gegen freie Radikale.

Entzündungen mit Meerrettich bekämpfen

Wissenschaftler konnten in einer Studie die entzündungshemmende Wirkung von Meerrettich nachweisen. Gerade bei Erkältungskrankheiten kann Meerrettich mit dieser besonderen Eigenschaft punkten.

Meerrettich wirkt antiviral

Neben der antibakteriellen Wirksamkeit konnte mittels einer Studie auch die antivirale Wirksamkeit nachgewiesen werden. Eine Kombination aus Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse hemmte Rhinoviren und Pilze. Zudem konnte laut Studie bei Patienten mit Sinusitis, Bronchitis oder Harnwegsinfektionen eine äquivalente Wirksamkeit gegenüber Antibiotika festgestellt werden – was kostengünstiger und weitgehend nebenwirkungsfrei ist.

Frau mit Karaffe, darin rotes Gesundheitselixit

Rezept für ein Gesundheitselixir

Weil wir’s gerade alle dringend brauchen – eine Kur mit einem Gesundheitselixir:

0,7l trockener Rotwein
100g Birkenzucker oder 70g normaler Zucker
70g geriebener Meerrettich
3 Bio-Orangen, davon 1 Bio-Orange mit Schale grob gewürfelt und 2 Orangen ausgepresst (Die Orangen erst auspressen, wenn das Gemisch abgekühlt ist)

Der Rotwein, der Birkenzucker (oder Zucker), die gewürfelte Orange und der Meerrettich werden aufgekocht. Der Zucker sollte sich gut auflösen.
Ca. 30 min. bei geringer Hiltze wallen lassen! Den Herd ausschalten und das Gemisch abkühlen lassen. Die ausgepressten Orangen (am besten mit dem Fruchtfleisch) zugeben. 2-3 Stunden gut durchziehen lassen und dann durch ein Sieb oder Tuch geben. In eine möglichst dúnkle Glasflasche abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Man nimmt dreimal täglich etwa eine Stunde nach dem Essen 2 Esslöffel über drei bis vier Wochen. Du kannst die Kur 3 – 4 mal pro Jahr durchführen.

Meerrettich in der Küche

Wer Meerrettich in der Küche verwendet, liebt ihn wegen seines besonderen, kräftigen Aromas. Oft wird Meerretich als Zutat für Dressings und Soßen verwendet. Aber auch gerieben auf Roastbeef, Kochschinken, Quark oder Frischkäse ist Meerretich sehr lecker.

Das Rezept für eine traditionelle Meerrettischsoße zum Tafelspitz solltest du unbedingt ausprobieren. Oder wie wäre es mit Schinkenröllchen mit Krengervais im Glas? Das ist doch mal eine abwechslungsreiche Idee zum Abendessen. Etwas schwieriger herzustellen, dafür aber eine geschmackliche Überraschung ist Creme Brulee mit Kren.

Wusstest du, dass man auch Ingwer Wurzeln super einfach vermehren kann? Schau mal hier!

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