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Meerrettich: gesundheitliche Vorteile und Vermehrung

Wegen seines breiten Wirkspektrums wurde der Meerrettich, der in Süddeutschland und Österreich „Kren“ genannt wird, zur Heilpflanze des Jahres 2021 gekürt. Das hat er sich auch redlich verdient. Denn mit seinen antibakteriellen, antiviralen und entzündungshemmenden Eigenschaften wird er auch als das „Penicillin aus dem Garten“ bezeichnet. Die Vermehrung von Meerrettich im eigenen Garten lohnt sich, um gesundheitliche Vorteile den ganzen Winter über nutzen zu können.

Auch kulinarisch hat Meerrettich einiges zu bieten. Mit seinem beispiellosen kräftig-scharfen Aroma hat Meerrettich als Beigabe zu Kochschinken oder als Meerrettichsoße zu einem leckeren Tafelspitz den Weg in unsere Küche längst erobert.

Über die Herkunft des Meerrettichs besteht Uneinigkeit. Manche vermuten, dass der Meerretich mit den Seefahrern über das Meer kam. Dafür könnte sprechen, dass der Meerrettich häufiger in Küstenregionen anzutreffen ist.

Der Name könnte aber auch von dem altdeutschen Wort „mer“ stammen, was so viel wie „groß“ bedeutet. Ein „großer Rettich“ also, denn er kann eine erstaunliche Größe erreichen. Wenn du an weiteren Informationen zur Geschichte des Meerrettichs interessiert bist, wirst du hier fündig.

Meerrettich Pflanzen wachsen in Gartenerde.

Meerrettich im Garten anbauen und vermehren

Weil man Meerrettich nicht über Samen ziehen kann, muss man ihn über die seitlich heraustreibenden Wurzeln, die sogenannten Fechser, vermehren.

Du brauchst also eine Meerrettichwurzel oder Seitenwurzeln, um Meerrettich zu züchten. Und so geht’s:

Schneide die Wurzel oder die Fechser am oberen Teil gerade und am unteren Teil schräg ab. Die oberen zwei Drittel der Fechser werden noch von den Knospen und den kleineren anhängenden Wurzeln befreit. Das geht am besten mit einem Tuch – immer von oben nach unten. Das letzte Drittel der Wurzel sollte nicht abgerieben werden. So vorbereitet können die Fechser im Frühjahr an einem sonnig bis halbschattigen Standort schräg (etwa 45 Grad) in lockeren Boden gesetzt werden. Der Meerrettich sollte mäßig (zweimal pro Woche) und bei Trockenheit auch öfter gegossen werden.

Sobald die Blätter anfangen zu welken und trocken zu werden, ist die Meerrettichwurzel erntebereit. Das ist etwa ab Oktober bis in den Januar hinein der Fall.
Zum Ernten solltest du die Wurzel vorichtig mit einer Gartengabel herausheben, damit du die seitlichen Triebe, mit denen du den Meerrettich weiterzüchten kannst, nicht beschädigst.

Willst du den Meerrettich weiterziehen, solltest du die Seitenwurzeln von der Hauptwurzel trennen. Während die große Meerrettich-Wurzel für deine Speisen bestimmt ist, kannst du die Fechser zum Weiterzüchten nutzen.

Zum Weiterziehen gehst du am besten folgendermaßen vor: Du schneidest die Fechser etwas schräg von der Hauptwurzel ab. Der obere, dicke Teil der Wurzel wird gerade geschnitten. So bearbeitet können sie im kommenden Frühjahr wieder in die Erde gesetzt werden und schenken dir im Herbst eine neue große Meerrettichwurzel.

Meerrettich als Powerwurzel für deine Gesundheit


Scharf im Geschmack und stark gegen Keime

Wie überlieferte Rezepte dokumentieren, wurde die Meerrettichwurzel bereits im 10. Jahrhundert zu Heilzwecken eingesetzt. Seine Heilkraft hat der Meerrettich den enthaltenen Senfölglykosiden zu verdanken, welche für die antibaterielle Wirkung verantwortlich und sogar bei multiresistenten Keimen effektiv sind.

Power für das Immunsystem

Meerrettich besitzt einen hohen Nähr- und Mineralstoffgehalt. Dazu gehören unter anderem Vitamin C, Kalium, Kalzium, Magnesium und Zink. Besonders das enthaltene Vitamin C stärkt das Immunsystem und wirkt gegen freie Radikale.

Entzündungen mit Meerrettich bekämpfen

Wissenschaftler konnten in einer Studie die entzündungshemmende Wirkung von Meerrettich nachweisen. Gerade bei Erkältungskrankheiten kann Meerrettich mit dieser besonderen Eigenschaft punkten.

Meerrettich wirkt antiviral

Neben der antibakteriellen Wirksamkeit konnte mittels einer Studie auch die antivirale Wirksamkeit nachgewiesen werden. Eine Kombination aus Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse hemmte Rhinoviren und Pilze. Zudem konnte laut Studie bei Patienten mit Sinusitis, Bronchitis oder Harnwegsinfektionen eine äquivalente Wirksamkeit gegenüber Antibiotika festgestellt werden – was kostengünstiger und weitgehend nebenwirkungsfrei ist.

Frau mit Karaffe, darin rotes Gesundheitselixit

Rezept für ein Gesundheitselixir

Weil wir’s gerade alle dringend brauchen – eine Kur mit einem Gesundheitselixir:

0,7l trockener Rotwein
100g Birkenzucker oder 70g normaler Zucker
70g geriebener Meerrettich
3 Bio-Orangen, davon 1 Bio-Orange mit Schale grob gewürfelt und 2 Orangen ausgepresst (Die Orangen erst auspressen, wenn das Gemisch abgekühlt ist)

Der Rotwein, der Birkenzucker (oder Zucker), die gewürfelte Orange und der Meerrettich werden aufgekocht. Der Zucker sollte sich gut auflösen.
Ca. 30 min. bei geringer Hiltze wallen lassen! Den Herd ausschalten und das Gemisch abkühlen lassen. Die ausgepressten Orangen (am besten mit dem Fruchtfleisch) zugeben. 2-3 Stunden gut durchziehen lassen und dann durch ein Sieb oder Tuch geben. In eine möglichst dúnkle Glasflasche abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Man nimmt dreimal täglich etwa eine Stunde nach dem Essen 2 Esslöffel über drei bis vier Wochen. Du kannst die Kur 3 – 4 mal pro Jahr durchführen.

Rezept für Meerrettich-Honig bei Erkältung

Husten und Halsschmerzen, aber auch Schnupfen lassen sich mit dem alten Hausmittel Meerrettich-Honig lindern. Du kannst ihn ganz leicht selbst herstellen: Dazu braucht du nur 250g Honig,12 etwa 0,5cm dicke Scheiben frischen Meerrettich und zwei Schraubgläser (500ml). Die Meerrettichscheiben solltest du noch etwas zerkleinern. Wenn du einen Multizerkleinerer hast, wäre das optimal. Den klein gehackten Meerrettich gibst du in das Schraubglas und füllst es mit dem Honig auf. Die Mischung sollte einen Tag (mindestens 24h) durchziehen. Nach der Ziehzeit stelle ich das Glas in ein Wasserbad und erwärme die Mischung leicht. Achtung! Nicht über 30°C erwärmen, damit die guten Inhaltsstoffe nicht zerstört werden. Nun kannst du die Mischung durch ein Sieb geben und in das Schraubglas füllen. Im Kühlschrank hält sich der Meerrettich-Honig etwa 4 Wochen.
Anwendung: dreimal täglich einen Esslöffel

Meerrettich in der Küche

Wer Meerrettich in der Küche verwendet, liebt ihn wegen seines besonderen, kräftigen Aromas. Oft wird Meerretich als Zutat für Dressings und Soßen verwendet. Aber auch gerieben auf Roastbeef, Kochschinken, Quark oder Frischkäse ist Meerretich sehr lecker.

Das Rezept für eine traditionelle Meerrettischsoße zum Tafelspitz solltest du unbedingt ausprobieren. Oder wie wäre es mit Schinkenröllchen mit Krengervais im Glas? Das ist doch mal eine abwechslungsreiche Idee zum Abendessen. Etwas schwieriger herzustellen, dafür aber eine geschmackliche Überraschung ist Creme Brulee mit Kren.

Wusstest du, dass man auch Ingwer Wurzeln super einfach vermehren kann? Schau mal hier!

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