Apfelessig: So wirkt das alte Hausmittel

Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, was Apfelessig eigentlich so besonders macht. Gewonnen aus der Fermentation von Apfelsaft, ist er weit mehr als nur eine Küchenzutat. Seine Geschichte reicht Jahrhunderte zurück – von seiner Verwendung als Heilmittel, als Konservierungsmittel und sogar als Reinigungsmittel. Seine Herstellung beginnt mit der Umwandlung von Zucker in Alkohol durch Hefe -einem Prozess, der als Gärung bekannt ist. Anschließend verwandeln Essigsäurebakterien den Alkohol in den Hauptwirkstoff Essigsäure. Durch diese Umwandlung erhält er nicht nur seinen charakteristischen Geschmack, sondern auch seine vielen gesundheitlichen Vorteile. Doch warum ist Apfelessig so ein begehrtes Hausmittel? Hier erfährst du es!

Von der Frucht zur Medizin: Apfelessig als Naturheilmittel

Seine beeindruckenden, gesundheitlichen Vorteile verdankt er der einzigartigen chemischen Zusammensetzung, wobei die Essigsäure dabei eine Schlüsselrolle spielt. Dazu gesellen sich B-Vitamine und Vitamin C sowie Mineralien, Aminosäuren, Antioxidantien und Enzyme, die zum Schutz und zur Unterstützung des Körpers synergetisch zusammenarbeiten. Kurzum bietet uns die Natur ein Mittel, das reich an bioaktiven Komponenten ist und dadurch die Gesundheit auf vielfältige Weise unterstützen kann.



Genialer Helfer für den Stoffwechsel und zum Abnehmen

Apfelessig gilt als wertvoller Verbündeter im Kampf gegen übemäßige Kilos und zur Anregung des Stoffwechsels. Diese Popularität basiert jedoch hauptsächlich auf Überlieferungen, denn wissenschaftliche Studien dazu sind rar. In einer Studie aus dem Jahr 2009 mit 175 Teilnehmern konnte jedoch beispielsweise gezeigt werden, dass diejenigen, die täglich ein oder 2 Esslöffel Apfelessig konsumierten, nach 3 Monaten einen leichten Gewichtsverlust hatten.

Der Schlüssel zu diesen Vorteilen könnte in seiner Fähigkeit liegen, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und das Sättigungsgefühl zu fördern. Das kann Heißhungerattacken bremsen und dadurch die Kalorienaufnahme insgesamt verringern. Weitere Forschung ist jedoch nötig, um eindeutige Ergebnisse zu erhalten.

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Den Blutzuckerspiegel natürlich regulieren

Wie wissenschaftliche Studien zeigen, hat Apfelessig nachhaltig positive Effekte auf den Blutzuckerspiegel. Die enthaltene Essigsäure wirkt sich offensichtlich günstig auf die Insulinsensitivität aus, was besonders für Personen mit Prädiabetes, Typ-2-Diabetes oder für diejenigen, die ihren Blutzuckerspiegel aus anderen gesundheitlichen Gründen im Auge behalten möchten, interessant ist.

Den Cholesterinspiegel natürlich senken und das Herz schützen

Apfelessig hat sich als ein wertvoller Verbündeter zum Schutz des Herzens und zur Senkung des Cholesterinspiegels erwiesen. In Studien konnten Forscher zeigen, dass dadurch die Blutfettwerte – insbesondere durch die Senkung des schlechten LDL-Cholesterins und gleichzeitige Erhöhung des guten HDL-Cholesterins – positiv beeinflusst werden können. Und das kann sich entscheidend auf die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken.

Für eine gute Verdauung: Wie Apfelessig deinen Darm verwöhnt

Besonders in seiner trüben, ungefilterten Form wird Apfelessig als natürliches Probiotikum geschätzt, das zur Förderung einer gesunden Darmflora beiträgt. Während des Fermentationsprozesses entstehet eine Ansammlung von nützlichen Bakterien, Enzymen und Hefen, welche die Vielfalt der Mikrobiota im Darm unterstützen, was wichtig für eine gute Nährstoffaufnahme und Verdauung ist.

Das Immunsystem natürlich stärken

Ein Schlüsselelement zur Stärkung des Immunsystems sind seine antibakteriellen Eigenschaften. Die enthaltene Essigsäure kann nachweislich schädliche Bakterien bekämpfen, was sie zu einem wirksamen Mittel zur Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte macht. Zudem können die antibakteriellen Eigenschaften von Apfelessig helfen, das Wachstum von pathogenen Bakterien im Körper zu hemmen, was sich positiv auf das Immunsystem auswirkt.

Eine Frau trinkt ein Wasser, davor eine Flasche Apfelessig und Äpfel auf einem Tisch

So kannst du Apfelessig einnehmen

Um vom Apfelessig zu profitieren, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Verdünne 1-2 Esslöffel Apfelessig in einem Glas Wasser. Du kannst diese Mischung ein- bis zweimal täglich, am besten vor den Mahlzeiten, trinken, um die Verdauung anzukurbeln. Wenn du magst, kannst du auch Honig, Ahornsirup oder einen Spritzer Zitronensaft hinzufügen, um den Geschmack zu verbessern.
  • Er eignet sich hervorragend als Basis für Salatdressings. Vermische ihn mit Olivenöl, Senf und Kräutern deiner Wahl für ein gesundes und leckeres Dressing.
  • Ein kleiner Schuss Apfelessig in deinem Smoothie gibt nicht nur eine interessante Geschmacksnote, sondern erhöht auch seinen gesundheitlichen Wert.
  • Zur Stärkung des Immunsystems wird die folgende Mischung gern verwendet: Vermische 1-2 EL Apfelessig mit warmem Wasser, 1 EL Honig und einer Prise Zimt.

Haut- und Haarpflege

Apfelessig ist ein wahres Multitalent, wenn es um die natürliche Haut- und Haarpflege geht. Wegen seines niedrigen pH-Wertes, der sich positiv auf die natürliche Hautbarriere auswirkt sowie seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften wird er zunehmend beliebter. HIer ein paar Ideen zu seiner Nutzung:



Ein Gesichtswasser selber machen

Um das Gleichgewicht des pH-Werts der Haut zu unterstützen, die Poren zu verkleinern und die Haut zu beruhigen, ist ein Gesichtswasser aus einem Teil Apfelessig und zwei bis drei Teilen Wasser (je nach Hautempfindlichkeit) ideal. Trage es nach der Reinigung mit einem Wattepad auf dein Gesicht auf. Allerdings solltest du vorsichtig sein und die Hautreaktion beobachten, um Irritationen zu vermeiden. Abschließend solltest du eine Feuchtigkeitscreme verwenden.

Eine Haarspülung mit Apfelessig

Um Rückstände von Haarprodukten zu entfernen, den Glanz zu verbessern und die Haarstruktur zu stärken, kannst du nach dem Haarewaschen eine Mischung aus Apfelessig und Wasser (etwa 1:3) als Spülung verwenden. Diese sollte danach gründlich ausgespült werden.

Eine Lösung gegen Schuppen

Die antibakteriellen und antifungalen Eigenschaften einer verdünnten Lösung mit Apfelessig können auch bei der Bekämpfung von Schuppen wirksam sein. Sie wird auf die Kopfhaut aufgetragen und sollte ein paar Minuten einwirken. Danach solltest du sie gründlich ausspülen.

Frau stellt Apfelessig selber her

Apfelessig selber machen

Ihn selbst herzustellen ist einfacher, als du vielleicht denkst. Zudem ist es eine großartige Möglichkeit, Äpfel zu verwerten. So geht’s:

Zutaten

  • Äpfel (Bio und ungespritzt sind am besten)
  • Zucker (ca. 1 EL pro Apfel)
  • Wasser

Herstellung

  1. Wasche die Äpfel gründlich und schneide sie in kleine Stücke. Sie müssen nicht geschält werden und das Kerngehäuse kannst du auch drin lassen.
  2. Gib die Apfelstücke in ein sauberes Glas in der passenden Größe. Füge pro Apfel etwa einen Esslöffel Zucker hinzu. Der Zucker ist notwendig, damit der Fermentationsprozess starten kann.
  3. Fülle nun das Glas mit Wasser, sodass die Apfelstücke vollständig bedeckt sind. Zwischen dem Wasser und dem Deckel des Glases sollte noch etwas Platz sein, da der Gärungsprozess Gase freisetzt.
  4. Decke das Glas mit einem sauberen Tuch ab und befestige es mit einem Gummi. Das Tuch lässt die Luft zirkulieren, hält aber Insekten und Schmutz fern.
  5. Nun brauchst du etwas Geduld! Lasse das Glas an einem warmen, dunklen Ort stehen. Rühre täglich einmal um, damit Schimmelbildung vermieden wird und alle Apfelstücke in Flüssigkeit getaucht sind.
  6. Nach etwa einer Woche entdeckst du Blasen und möglicherweise eine leichte Trübung, was beides normale Anzeichen der Fermentation sind.
  7. Nasch etwa 3-4 Wochen beginnen die Äpfel zu sinken und die Flüssigkeit wird hell. Nun ist es an der Zeit, die Mischung durch ein Sieb zu filtern.
  8. Fülle die Flüssigkeit in ein anderes sauberes Glas oder eine Flasche um.
  9. Lasse den Essig noch weitere 3-6 Wochen reifen, damit sich der Geschmack entwickeln kann. Du kannst den Essig während dieser Zeit probieren und entscheiden, wann er deinem Geschmack entspricht.
  10. Wenn der Essig den gewünschten Geschmack erreicht hat, kannst du ihn in Flaschen abfüllen und fest verschließen. An einem kühlen, dunklen Ort gelagert, hält er sich mehrere Monate bis Jahre.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Wie bei jedem Naturprodukt gibt es auch hier Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen, die du beachten solltest. Eine der häufigsten Nebenwirkungen sind mögliche Magenprobleme oder Sodbrennen – besonders, wenn Apfelessig in hohen Mengen oder auf nüchternen Magen konsumiert wird. Daher ist es ratsam, mit einer kleinen Menge zu beginnen und die Reaktion des Körpers zu beobachten.

Die starke Säure kann auch den Zahnschmelz angreifen, weshalb empfohlen wird, Apfelessig verdünnt zu trinken und danach den Mund mit Wasser zu spülen.

Die Einnahme von Apfelessig kann die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen, einschließlich Diuretika, Laxativa und Medikamente für Diabetes und Herzkrankheiten. Deshalb ist es immer eine gute Idee, vor der regelmäßigen Einnahme von Apfelessig mit einem Arzt zu sprechen.

Wichtig: Zu viel Apfelessig kann zu Kaliummangel und zu einer Senkung der Knochendichte führen. Die empfohlene tägliche Menge liegt in der Regel bei ein bis zwei Esslöffeln (15-30 ml) Apfelessig, verdünnt in einem großen Glas Wasser.



Gedanken zum Schluss

Apfelessig ist tatsächlich ein faszinierendes Naturprodukt mit einer Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen. Von der Unterstützung bei der Verdauung bis hin zur Verbesserung der Hautqualität – die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig.

Ich bin der Meinung, dass Apfelessig als natürliches Heilmittel einen festen Platz in unserer heutigen Gesundheitspflege verdient. Wenn man ihn klug einsetzt, kann er eine gute Ergänzung zu einem gesunden Lebensstil sein.

Bleib oder werde gesund und pass gut auf dich auf!

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Quellen:

(1) Tomoo KONDO, Mikiya KISHI, Takashi FUSHIMI, Shinobu UGA JIN & Takayuki
KAGA (2009) Vinegar Intake Reduces Body Weight, Body Fat Mass, and Serum Triglyceride
Levels in Obese Japanese Subjects, Bioscience, Biotechnology, and Biochemistry, 73:8,
1837-1843, DOI: 10.1271/bbb.90231
(2) Hadi, A., Pourmasoumi, M., Najafgholizadeh, A., Clark, C. C. T., & Esmaillzadeh, A. (2021). The effect of apple cider vinegar on lipid profiles and glycemic parameters: A systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials. BMC Complementary Medicine and Therapies, 21(179). https://doi.org/10.1186/s12906-021-03351-w
(3) Cleveland Clinic HealthEssentials; What Apple Cider Vinegar Can (and Can’t) Do for You ( July 17, 2023)

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