So einfach kannst du einen natürlichen Sonnenschutz selber machen

Die Sonne lacht, die Haut prickelt, doch der Gedanke an den klebrigen, chemisch riechenden Sonnenschutz lässt dich zögern. Aber was, wenn es eine Alternative gäbe? Eine, die du selbst in deiner Küche zusammenrstellen kannst und aus rein natürlichen Zutaten? Stell dir vor, du könntest dich vor der Sonne schützen und dabei deiner Haut nur das Beste gönnen. Neugierig? Entdecke hier, wie einfach du deinen eigenen, natürlichen Sonnenschutz kreieren kannst.

Wie wirkt UV-Strahlung?

Sonnentage sorgen für gute Laune und steigern die Produktion des für uns besonders wichtigen Vitamin D. Leider hat man sie jedoch auch als Hauptursache für Hautschäden wie Ekzeme, Falten und sogar Hautkrebs ausgemacht.

Wusstest du, dass die UV-Strahlung in drei unterschiedlichen Wellenlängen (UVA, UVB und UVC) aktiv ist und dadurch eine ganz unterschiedliche Wirkung auf das Gewebe hat?

UVC Strahlen

Diese Strahlen mit der höchsten Energie werden wirksam von der Ozonschicht gefiltert, weshalb sie nach derzeitiger Forschung für den Einfluss auf biologische Prozesse vernachlässigt werden können (1).

UVB Strahlen

Sie dringen in die oberen Hautschichten ein und führen zur Bräunung der Haut – leider jedoch auch zu Sonnenbrand.

Die Stärke der UVB Strahlung ist nicht immer und überall gleich, weil sie durch bestimmte Umweltfaktoren beeinflusst wird. Die Nähe zum Äquator, der Breitengrad, die Höhe, die Bevölkerung oder die Ozonschicht haben einen Einfluss auf die Intensität der UVB Strahlung.
Wissenschaftler konnten nachweisen, dass auch die Tageszeit eine Rolle spielt. Zwischen 10 und 16 Uhr – so die Forscher – ist die Strahlung am intensivsten (1).

UVA Strahlen

Weniger abhängig von den Umweltbedingungen ist die UVA Strahlung, deren großer Vorteil die Erhöhung der Vitamin D3 – Produktion ist. Diese Strahlen sind auch an bewölkten Tagen aktiv und dringen sogar durch Fensterglas.

Sie wirken in tieferen Hautschichten und können daher schwere Nebenwirkungen verursachen. Frühzeitige Hautalterung, Hautkrankheiten oder Hautkrebs sind einige der möglichen Folgen von intensiver UVA Strahlung (1).

Zwei Arten von Sonnenschutz

Sonnenschutzprodukte wirken auf zwei unterschiedliche Arten:
Ein Schutz auf chemischer Basis absorbiert die UV Strahlen, wogegen ein physikalischer Sonnenschutz die Strahlung für kurze Zeit von der Haut weg reflektiert.

Wissenschaftlich gesehen sind generell alle Prozesse in der Natur chemisch, deshalb beziehe ich mich in diesem Beitrag speziell auf die Wirkstoffe in Sonnenschutzmitteln.

Frau cremt sich mit natürlichem Sonnenschutz ein

Warum ein natürlicher Sonnenschutz so wichtig ist

Es gibt viele Sonnenschutzmittel mit unterschiedlichen Wirkstoffen auf dem Markt.
Einige enthalten Chemikalien, die schwere Hautschäden verursachen können. Andere sind nicht wasserfest und können leicht abgewaschen werden.

Der Hauptgrund, weshalb sich Menschen für einen natürlichen Sonnenschutz entscheiden, liegt oft im Misstrauen gegenüber den Substanzen in chemisch hergestellten Sonnenschutzprodukten. Nachdem Wissenschaftler diverse Sonnenschutzmittel untersuchten, zeigte sich, dass diese Skepsis teilweise berechtigt ist. Allerdings muss für endgültige Beurteilungen noch weiter geforscht werden.

Ein weiterer Aspekt, der für einen natürlichen Sonnenschutz spricht: Chemisch hergestellte Sonnenschutzmittel können sich negativ auf die Umwelt auswirken und Ökosysteme zerstören.
Diese Erkenntnis veranlasste die Regierungen einiger Länder sogar, an ihren Stränden nur noch natürliche Sonnenschutzmittel zuzulassen.

So wirkt natürlicher Sonnenschutz

Natürliche UV-Filter sind Wirkstoffe, welche die Haut mit Substanzen aus der Natur vor den schädlichen Strahlen der Sonne schützen können. Zwei dieser (natürlich in der Erde vorkommenden) UV-Filter sind Zinkoxid und Titandioxid.

Sowohl Zinkoxid als auch Titandioxid sind weiße Pulver, die auf physikalische Weise wirken. Die kleinen Partikel agieren auf der Haut wie ein Spiegel, indem sie die einfallenden UV-Strahlen blockieren und „zurückwerfen“.

Mineralische Sonnenblocker haben jedoch eine dickere Konsistenz, weshalb sie sich einerseits nicht besonders gut verteilen lassen und andererseits einen unschönen weißen Film auf der Haut verursachen.
Um eine bessere Textur zu erreichen und diesen Hautfilm zu vermeiden, nutzt die Industrie eine so genannte „Mikronisierung“. Das heißt, dass die Mineralien in kleinste Teile – so genannte Nanopartikel – zerlegt werden. Diese dringen tiefer in die Haut ein und sind daher nicht ganz unumstritten. Die Auswirkungen dieser Nanopartikel auf die Gesundheit konnte bisher nicht vollständig geklärt werden, weshalb oft von Sonnenschutzmitteln mit Nano-Zinkoxid abgeraten wird.
Auf den Beschreibungen der Sonnenschutzmittel ist leider nicht ersichtlich, ob Zinkoxid oder Titandioxid als Nanopartikel enthalten sind oder nicht (2).

Natürliche Wirkstoffe als UV-Schutz

Wer seine Kosmetik am liebsten selbst zubereitet, hat sicher schon über einen wirksamen Sonnenschutz nachgedacht.

Leider kannst du mit pflanzlichen Ölen keinen Lichtschutzfaktor erreichen, der deine Haut ausreichend vor den negativen Folgen der UV-Strahlung schützt.

Weil Sesamöl nur etwa 30% der UV Strahlung und Kokos-, Erdnuss- und Olivenöl nur etwa 20% der Strahlung absorbieren kann, sind diese Öle als wirksamer Sonnenschutz ungeeignet (1).
Olivenöl hat einen Lichtschutzfaktor (LSF) von etwa 7,5 und Kokosöl etwa 7,1. Alle anderen oben genannten Öle liegen weit darunter (4).

Ein selbst hergestellter Sonnenschutz sollte in jedem Fall Zinkoxid enthalten, da dieses wirksam die schädlichen UV-Strahlen blockieren kann. Die Menge, die du an Zinkoxid verwenden solltest, richtet sich nach deinem gewünschten LSF: 10% Zinkoxid in der Gesamtmenge schützen deine Haut mit einem LSF von 10 und 20% Zinkoxid mit einem LSF von 20. Um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, solltest du auch bei deinem selbst hergestellten Sonnenschutz kein Nano-Zinkoxid verwenden.

Sheabutter in Glasdose mit Löffel

Einen natürlichen Sonnenschutz selber machen

Einen Sonnenschutz selbst herzustellen, ist kein Hexenwerk. Hier ein Rezept, welches ich schon selbst ausprobiert habe:
Gib eine Tasse Kokosöl zusammen mit 1/2 Tasse Sheabutter, 1/3 Tasse Zinkoxid und 1/4 Tasse Bienenwachs (vegane Alternative: Carnaubawachs) in einen Topf und erwärme die Mischung langsam, bis das Wachs geschmolzen ist. Nimm den Topf vom Herd und gib 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl (oder ein Öl deiner Wahl) zu. Fülle die Mischung am besten in braune Glasdosen ab und stelle sie in den Kühlschrank. Sie müssen mindestens zwei bis drei Stunden abkühlen und auch immer kühl gelagert werden.

Pflanzenstoffe für die Hautpflege im Sommer

Obwohl Pflanzen (und deren Zubereitungen) keinen hohen UV Schutz bieten, enthalten sie wertvolle Antioxidantien. In einem leichten Sonnenschutz für bedeckte Tage, einem After-Sun-Produkt oder in einem selbst gemachten Lippenschutz können sie sehr nützlich sein.
Gerade bei der Bekämpfung freier Radikale, die bekanntlich als Hauptursache für Hautkrankheiten oder vorzeitige Hautalterung gelten, spielen die in Pflanzen enthaltenen Vitamine C und E, aber auch Flavonoide, Phenolsäuren, Alkaloide und Aminosäuren eine wichtige Rolle.

Ätherische Öle sind nicht als Sonnenschutz geeignet. Forscher haben jedoch festgestellt, dass Pfefferminzöl von allen ätherischen Ölen mit etwa 6,7 den höchsten LSF hat. Dem folgen Tulsi Öl (Heiliges Basilikum) mit ca. 6,6, Zitronengrasöl mit ca. 6,3 und Lavendelöl mit ca. 5,6 (4).
Das spricht dafür, ätherische Öle in selbst gemachte Pflegeprodukte mit einzubeziehen.

Hier findest du einige natürliche Helfer, die du separat oder in einem Pflegeprodukt verwenden kannst.

Schwarzer und grüner Tee

Sowohl schwarzer als auch grüner Tee enthält Polyphenole, die durch die Sonne entstandene unerwünschte Hautreaktionen lindern können. In China wird beispielsweise gekühlter Tee direkt auf die Haut aufgetragen, um einen Sonnenbrand zu lindern. (1).

Aloe Vera Gel

Das angenehm kühlende und entzündungshemmende Gel der Aloe Vera ist ein bewährtes Hausmittel bei Hautproblemen aller Art. Es kann über die Hautstimulation das Wachstum neuer Zellen ankurbeln. Das kann deine Haut – besonders nach dem Sonnenbad – vor Hautirritationen bewahren.

Das Gel aus frischen Aloe Vera Blättern zu nutzen, ist die natürlichste Art, von der Pflanze zu profitieren. Wasche dazu ein größeres Blatt der Aloe Vera gut ab und schneide es längs auf. Mit einem Löffel oder einem Messer kannst du das Gel aus den beiden Hälften herausschaben und direkt auf deine Haut auftragen.

Squalan

Squalan ist ein Stoff, der in unserer Haut vorkommt. Dieses farblose und geruchsneutrale Öl wird aus Pflanzenölrückständen von Oliven gewonnen.
Dieses Öl schließt einerseits die Feuchtigkeit in der Haut ein und ist andererseits das wichtigste Schutzlipid (1). Squalan wird oft auch in Sonnenschutzprodukten verarbeitet, die im Handel erhältlich sind.

Du kannst Squalan Öl im Handel kaufen und entweder pur auf die Haut auftragen oder einer Pflegelotion zufügen.

Eine Pflegelotion mit Squalan selber machen

Für eine einfache Pflegelotion, die sich auch als After-Sun-Lotion eignet, brauchst du
eine 30ml Glasflasche, 1 Esslöffel Squalan, 1 1/2 Teelöffel Vitamin E, 6 Tropfen ätherisches Rosenöl und Nachtkerzenöl zum Auffüllen. Gib das Squalan und das Vitamin E in die Glasflasche, fülle die Mischung mit Nachtkerzenöl auf und füge zum Schluss das ätherische Öl zu.

Allantoin

Allantoin ist in einigen Pflanzern enthalten – beispielsweise im Beinwell.
Es hat hautglättende, reizlindernde und heilende Eigenschaften. Wegen seiner pflegenden Inhaltsstoffe wird es teilweise in industriell hergestellten Sonnencremes oder auch in After-Sun-Produkten verarbeitet.

Sheabutter enthält neben vielen wichtigen Inhaltsstoffen auch Allantoin.

Eine Lippenpflege mit Allantoin selber herstellen

Eine Lippenpflege hast du ganz schnell selbst gemacht: Du brauchst nur 15g Sheabutter, 15g Kokosöl und 15g Bienenwachs und ein ätherisches Öl deiner Wahl. Erwärme die ersten drei Zutaten, bis das Bienenwachs geschmolzen ist. Achtung! Nicht zu heiß werden lassen, damit die Wirkstoffe überleben. Die Mischung leicht abkühlen lassen und 2 Tropfen des ätherischen Öls zufügen. Jetzt kannst du die Masse in eine kleine Dose abfüllen und im Kühlschrank fest werden lassen.

Traubenkernextrakt

Traubenkernextrakte (OPC – oligomere Procyanidine) sind sowohl starke Antioxidantien als auch Radikalfänger. In Untersuchungen wurde festgestellt, dass eine Creme mit OPC, die vor dem Sonnenbaden benutzt wird, das Hautbrennen verringert.

Sanddorn und Öl

Sanddorn

Sanddorn wird seit Generationen in verschiedenen Ländern in der Hautpflege verwendet. Er schützt die Haut vor Feuchtigkeitsverlust und wirkt regenerierend.

So stellst du ein Sanddorn – Pflegeöl selber her

Sanddornöl sollte im Verhältnis 1:10 mit anderen Ölen kombiniert werden. Hier bietet sich beispielsweise Olivenöl mit einem LSF von ca. 7,5 oder Kokosnussöl mit einem LSF von 7,1 an (4).
Der Mischung kannst du nun ein paar Tropfen ätherisches Öl (bspw. Lavendelöl, Zitronengrasöl) zugeben und fertig ist das Pflegeprodukt.
Diese Mixtur kann nur als einfacher Sonnenschutz an bedeckten Tagen, als After-Sun-Produkt oder zur täglichen Hautpflege genutzt werden.

Zum Schluss

Die Sonne ist eine großartige Quelle für Vitamin D. Leider kann ein ausgiebiges Sonnenbad zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen.
Glücklicherweise gibt es eine Möglichkeit, sich vor den schädlichen UV-Strahlen der Sonne zu schützen und ernste Hautkrankheiten zu vermeiden – mit natürlichen UV-Filtern.

Einen natürlichen Sonnenschutz selber machen ist einfacher, als du denkst.
Falls du dir die Mühe nicht machen und ihn lieber kaufen möchtest, solltest du auf jeden Fall vorab die Inhaltsstoffe studieren und darauf achten, dass kein Nano-Zinkoxid und keine anderen gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten sind.

Selbstgemachte Sonnencremes können einen gewissen Schutz bieten, da Zinkoxid natürliche lichtreflektierende Eigenschaften hat. Es ist jedoch wichtig, zu beachten, dass die Schutzwirkung von verschiedenen Faktoren abhängt – zum Beispiel der Konzentration von Zinkoxid und der gleichmäßigen Verteilung der Creme auf der Haut. Es ist immer sicherer, mit einem Arzt oder Dermatologen über die individuellen Anforderungen an einen Sonnenschutz zu sprechen.

Neben dem Sonnenschutz ist auch ein After-Sun-Pflegeöl oder ein Lippen-Pflegemittel mit wenigen Zutaten schnell selbst gemacht.

Obwohl es ein klein wenig Mühe macht, Sonnenpflegeprodukte selbst herzustellen, wird man durch das gute Gefühl natürlicher Inhaltsstoffe mehr als entschädigt.

Bleib oder werde gesund und pass gut auf dich auf!

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Quellen:

(1) Radava R. Korać und Kapil Khambholja; Potential of herbs in skin protection from ultraviolet radiation; NIH National Library of Medicine; doi: 10.4103/0973-7847.91114
(2) DAZ; Deutsche Apotheker Zeitung online; Sonnencreme: Sind mineralische UV-Filter besser für die Umwelt? (Teil 2); Zugriff am 30.05.2022; Nachzulesen unter diesem Link
(3) Don´t Mess with Mama; DIY Sunscreen That’s Easy to Make; Nachzulesen unter diesem Link
(4) Chanchal Deep Kaur und Swarnlata Saraf; In vitro sun protection factor determination of herbal oils used in cosmetics; NIH National Institute of Medicine; doi: 10.4103/0974-8490.60586

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