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Die Wirkung ätherischer Öle auf deinen Körper

Falls du natürliche Heilmöglichkeiten nutzt oder daran interessiert bist, begegnest du zwangsläufig den stärksten und wirksamsten Inhaltsstoffen, den Pflanzen zu bieten haben: den ätherischen Ölen.
Die ungebremste Ausbreitung multiresistenter Keime hat dazu geführt, dass sich Wissenschaftler zunehmend auf die antimikrobielle Wirkung von Pflanzen konzentrieren.
Wie effektiv ätherische Öle wirken, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Wachstumsbedingungen der Pflanze (bspw. die Umweltbedingungen oder der Bodentyp), die verwendeten Pflanzenteile und natürlich auch die Art der Gewinnung des ätherischen Öls (5).
Durch die komplexe Zusammensetzung verschiedenster Moleküle haben die Essenzen – wie ätherische Öle auch genannt werden – ganz unterschiedliche Effekte auf unseren Organismus.
Die Wirkung ätherischer Öle auf deinen Körper sowie welche Öle sich wofür am besten eignen, erfährst du hier.

Anzeichen, dass dir ätherische Öle helfen können

Pflanzliche Essenzen sind sehr vielseitig. Ihre antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Wirkung ist seit langem bekannt. Daneben fungieren sie auch als Immunbooster und haben zudem einen positiven Eimfluss auf unseren Kreislauf, unser Gedächtnis und unsere Emotionen.

Die Wirkung ätherischer Öle auf deinen Körper: Bei den folgenden Anzeichen könnte dir die Anwendung einer pflanzlichen Essenz helfen:

  • Konzetrationsschwierigkeiten
  • Müdigkeit und fehlender Antrieb
  • Vergesslichkeit
  • Negative Gerfühle, Reizbarkeit oder Erschöpfung
  • Erkältung und/oder Atemwegsprobleme
  • Kopf-, Glieder- oder Muskelschmerzen
Ätherisches Öl in Flasche mit Pipette

Heilsame Pflanzen und deren Essenzen

Es ist nicht neu, dass Pflanzen mittels der enthaltenen ätherischen Öle einerseits Insekten anlocken und sich andererseits gegen Krankheiten wappnen und Schädlinge fernhalten.

Die Wirkung ätherischer Öle auf deinen Körper mit ausgewählten Heilpflanzen findest du hier.

Oregano (Oreganum vulgare)

Das aus den Blättern dieses Lippenblütlers gewonnene ätherische Öl wirkt laut Studien besonders bei Erkältung, Verdauungsproblemen und Atemwegserkrankungen (1).

Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Die oberirdischen Teile des Rosmarins haben sowohl antiseptische als auch entzündungshemmende Eigenschaften. Nicht nur die Pflanzenteile, sondern auch das ätherische Öl kann die Behandlung von Depressionen unterstützen und zudem als effektives Antioxidant zur Verbesserung der Wahrnehmung genutzt werden(1).

Rosmarinöl hat zudem eine besonders gute Wirkung auf die Verdauung, indem es Verdauungssstörungen lindert (7).

Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass mittels Aromatherapie die geistigen Fähigkeiten bei Demenzpatienten verbessert werden können (7).

Salbei (Salvia officinalis)

Sowohl die Blätter und Blüten des Salbei als auch die daraus gewonnene Essenz haben entzündungshemmende Eigenschaften und wirken auch gegen Bakterien, Viren und Pilze. Sie schützen den Magen-Darm-Trakt und können Fettleibigkeit entgegenwirken (1).

Thymian (Thymus vulgaris)

Das ätherische Öl des Thymians eignet sich zur Behandlung von Atemwegserkrankungen.
Zum Inhalieren reichen 4-5 Tropfen dieses intensiven Öls auf 150ml Wasser.

Allerdings sollten Epileptiker, Schilddrüsenerkrankte und Schwangere sowie Kinder unter 5 Jahren Thymianöl nicht anwenden (5).

Lavendel (Lavendula augustifolia)

Das durch Dampfdestillation aus den Blättern hergestellte ätherische Lavendelöl wirkt antimikrobiell und kann sowohl Entzündungen als auch Schmerzen lindern (1).

Auch bei Angst oder Einschlafproblemen kann Lavendelöl hilfreich sein.

Basilikum (Ocimum basilicum)

In einer klinischen Studie konnten Forscher nachweisen, dass sowohl die Essenzen von Rosmarin als auch von Basilikum zur Vorbeugung und Behandlung multiresistenter Keime wirksam sind – wobei
sich Basilikum besser eignen soll, um das Wachstum der Bakterien zu hemmen (2).

Ätherisches Pfefferminzöl auf Baumscheibe mit blühenden Pfefferminzzweigen

Pfefferminz (Mentha piperita)

Im Europäischen Arzneibuch sind mehr als 25 ätherische Öle eingetragen. Hier findet sich beispielsweise auch das entzündungshemmende ätherische Öl der Pfefferminze zur Behandlung von Atemwegsinfektionen.

Das durch Wasserdampfdestillation aus den oberirdischen Teilen der blühenden Pflanze gewonnene Öl beugt beim Einatmen nicht nur Müdigkeit vor, sondern regt auch das Denken an (4)(5).

Interessanterweise konnten Wissenschaftler sogar zeigen, dass das ätherische Öl der Pfefferminze die Symptome von Alzheimer lindern kann (4).

Die Wirkung der Pfefferminze beruht auf dem Inhaltsstoff Menthol, welcher oft in schmerzstillenden Salben sowohl gegen Krämpfe als auch gegen Arthritis genutzt wird (7).

Pfefferminzöl wirkt zudem verdauungsfördernd und krampflösend. Es kann – oberflächlich behandelt – bei Verdauungsproblemen wie Blähungen oder Reizdarmsyndrom wirksam sein (5).

Weil Pfefferminzöl sehr stark in der Wirkung ist, solltest du eine Überdosierung unbedingt vermeiden.
Bei Kindern sollte dieses ätherische Öl nicht angewendet werden.
Sowohl Schwangere als auch stillende Mütter sollten vor der Nutzung ärztlichen Rat einholen.

Zitrone (Citrus limon)

Zitronenöl in einer Aromalampe zu nutzen, kann nicht nur deine Merkfähigkeit verbessern, sondern auch Depressionen vorbeugen.

Wenn du es (immer verdünnt mit einem Basisöl) direkt auf die Haut aufträgst, kann es Entzündungen hemmen und zu einem besseren Hautbild beitragen (4).

Weihrauch (Boswellia)

Seit Jahrhunderten ist Weihrauch ein fester Bestandteil der Heilkunde. Das ätherische Weihrauchöl wird durch Wasserdampfdestillation aus dem Gummiharz verschiedener Weihrauchbäume gewonnen.

In Studien konnten Forscher nachweisen, dass Weihrauchöl biologische Entzündungsprozesse beeinflussen sowie zur Gewebeerneuerung der menschlichen Haut beitragen kann (3).

Ingwer (Zingiber officinale)

In einem Laborversuch mit Nagetieren konnten Forscher zeigen, dass ätherisches Ingweröl mit seinem Hauptbesandteil Citral nicht nur effektiv Entzündungen der Leber reduzieren, sondern auch einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung vorbeugen kann (6).

Ätherische Öle nach dem Anwendungsbereich

Pflanzliche Essenzen sind mächtig in ihrer Wirkung und können daher eine wertvolle Unterstützung im Heiilungsprozess sein. Dennoch solltest du im Hinterkopf haben, dass sie nicht in der Lage sind, andere Therapien zu ersetzen.

Weil Selbstdiagnosen nicht immer richtig sein müssen, ist es immer ratsam, zuerst mit deinem Arzt oder Heilpraktiker zu sprechen. Eine Beratung ist auch bezüglich der Dosierung wichtig, weil sie ja davon abhängt, wofür du das ätherische Öl nutzen willst.

Hier findest du noch einmal zusamengefasst die beschriebenen ätherischen Öle nach ihren Anwendungsbereichen.

Angst

Lavendel

Atemwege und Lunge

Oregano, Thymian, Pfefferminze und Rosmarin

Bakterien, Viren, Pilze

Salbei, Lavendel und Basilikum

Gehirnaktivität

Pfefferminze, Rosmarin und Zitrone

Haut

Weihrauch und Zitrone

Leber

Ingwer

Stimmung und Gemüt

Rosmarin, Lavendel, Pfefferminze und Zitrone

Schlafprobleme

Lavendel

Schmerzen

Lavendel und Pfefferminze

Verdauung

Oregano, Rosmarin, Salbei und Pfefferminze

Ätherisches Öl-Wasser-Gemisch in einem Diffuser

Zur Anwendung ätherischer Öle

Pflanzliche Essenzen werden (in geringen Mengen und verdünnt mit Wasser oder mit einem Basisöl) in Diffusern, aber auch durch Inhalieren oder durch Anwendung auf der Haut genutzt.

Aromatherapie – Diffuser

Diffuser sind eine großartige Möglichkeit, wenn du die Vorteile von ätherischen Ölen in deinem Zuhause oder im Büro nutzen willst.

Die Wirkung ist einfach: In einem Diffuser verdampft ein Öl-in-Wasser-Gemisch und verteilt dadurch die Öle in der Luft. Diese Art der „Raumbeduftung“ ermöglicht es dir, die Vorteile der Aromatherapie zu nutzen, ohne direkt mit den Ölen in Kontakt zu kommen.

Diffuser mit ätherischen Ölen werden nicht nur angewendet, um das Gedächtnis zu stärken, sondern auch, um Stress abzubauen und das seelische Gleichgewicht wieder herzustellen.

Falls du Angst oder Schlafprobleme hast, können Diffuser ebenfalls eine effektive Hilfe sein.

Inhalieren

Inhalation ist nicht nur die schnellste, sondern auch die wirksamste Methode, um von der positiven Wirkung ätherischer Öle zu profitieren. Durch Inhalieren gelangen die Öle schnell in den Blutkreislauf und können dort sofort ihre Wirkung entfalten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ätherische Öle zu inhalieren.

Du kannst dich einerseits für die offene Dampfinhalation (auch Dampfbad genannt) entscheiden. Die andere Möglichkeit sind geschlossene Systeme – beispielsweise Inhalatoren mit Mundstück oder mit einrer Gesichtsmaske .

Äußerliche Anwendung auf der Haut

Wie bereits erwähnt, sollten ätherische Öle nie pur, sondern immer vermischt mit einem Basisöl auf die Haut aufgetragen werden – was auch deiner Haut hilft, das Öl besser aufzunehmen.

Ätherische Öle kannst du auch selbst gemachten Cremes oder Salben zufügen.

Die Wirkung ätherischer Öle auf deinen Körper – Fazit

Es ist wie mit vielen Dingen: Die Dosis entscheidet darüber, ob ein Stoff heilsam oder schädlich ist. Das gilt auch für Naturheilmittel. Denn auch bei pflanzlichen Essenzen mit ihren unterschiedlichen Wirkstärken solltest du die Dosierung genau beachten.

Ätherische Öle können eine ärztliche Behandlung unterstützen, aber nicht ersetzen. Deshalb solltest du vorab heilkundlichen Rat einholen – besonders bezüglich der Diagnose, der Dosierung und den möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Sicher weißt du, dass auch natürliche Substanzen Allergien auslösen können. Deshalb ist es wichtig, die Anwendung sofort zu stoppen, falls du erste Symptome bemerkst.

Bleib oder werde gesund und pass gut auf dich auf!

Haftungsausschluss

Quellen:

(1) Snezana Agatonovic-Kustrin, Ella Kustrin and David W. Morton; Essential oils and functional herbs for healthy aging; NIH National Library of Medicine; Zugriff am 12.06.22 unter doi: 10.4103/1673-5374.245467
(2) Monika Sienkiewicz et al.; The Potential of Use Basil and Rosemary Essential Oils as Effective Antibacterial Agents; NIH National Library of Medicine; Zugriff am 12.06.22 unter doi: 10.3390/molecules18089334
(3) Xuesheng Han, Damian Rodriguez and Tory L. Parker; Biological activities of frankincense essential oil in human dermal fibroblasts; NIH National Library of Medicine; Zugriff am 12.06.22 unter doi: 10.1016/j.biopen.2017.01.003
(4) Lisandra Fields; 6 Essential Oils To Stimulate The Brain, Boost Mood, Memory & Focus; HealthCanal; Zugriff am 12.06.22 unter diesem Link
(5) Györgyi Horváth and Kamilla Ács; Essential oils in the treatment of respiratory tract diseases highlighting their role in bacterial infections and their anti‐inflammatory action: a review; NIH National Library of Medicine; Zugriff am 13.06.22 unter doi: 10.1002/ffj.3252
(6) Yi-Syuan Lai et al.; Ginger Essential Oil Ameliorates Hepatic Injury and Lipid Accumulation in High Fat Diet-Induced Nonalcoholic Fatty Liver Disease; NIH National Library of Medicine; Zugriff am 17.06.22 unter 10.1021/acs.jafc.5b06159
(7) Babar Ali et al.; Essential oils used in aromatherapy: A systemic review; Asian Pacific Journal of Tropical Biomedicine; Science direct; Zugriff am 17.06.22 unter doi: https://doi.org/10.1016/j.apjtb.2015.05.007

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