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Extra Virgin Olivenöl: Ist Ihr Olivenöl wirklich so jungfräulich?

Erkennt man hochwertiges Olivenöl wirklich am Geschmack?

Wer erinnert sich nicht an den Olivenöl-Skandal im Jahr 2008. Die großangelegte Offensive der italienischen Behörden „Operation Golden Oil“ bewies wieder einmal, wie uns als Verbrauchern mit minderwertigen Produkten das Geld aus der Tasche gezogen wird. Im Ergebnis dieser Aktion wurden 85 italienische Olivenölfarmen geschlossen und 23 Personen verhaftet, weil sie in den Handel mit gefälschtem Olivenöl verwickelt waren. Um das Ausmaß deutlich zu machen: Laut der britischen Zeitung „The Telegraph“ fanden die Behörden Rechnungen im Wert von 6,5 Mio. Euro sowie Lieferscheine über 39 Mio. Euro.

Tom Mueller, ein mutiger Enthüllungsjournalist, machte die Praktiken der Olivenölindustrie in seinem aufsehenerregenden Buch „Extra Virginity: The Sublime and Scandalous World of Olive Oil“ öffentlich. Was man dort liest, verschlägt einem die Sprache. Etwa 70% des extra nativen (Extra Virgin) Olivenöls, so Tom Mueller, wurden verfälscht. Dieses verschnittene, minderwertige Öl wurde sowohl im eigenen Land als auch in anderen Ländern verkauft. Extra natives Olivenöl wurde, so Mueller, mit billigeren Ölen gemischt – mitunter auch aus völlig anderen Quellen wie beispielsweise Raps. In anderen Fällen wurde hochwertiges „Extra Virgin“ Olivenöl mit minderwertigem Öl versetzt, chemisch desodoriert, eingefärbt und bisweilen auch aromatisiert, um es dann als „Extra Virgin Olivenöl“ zu einem entsprechend hohen Preis zu verkaufen.

Extra natives Olivenöl, so Tom Mueller, kostet viel Arbeit, Zeit und Geld. Einfaches Olivenöl kann dagegen recht problemlos und billig gewonnen werden. Geradezu einladend also, um auf Kosten der Verbraucher – und nicht zuletzt auch auf dem Rücken kleiner, ehrlicher Produzenten – das schnelle Geld zu machen.

Können wir als Konsumenten die Qualität der Olivenöle erkennen? Die Antwort lautet ganz klar: nein. Manche sind der Auffassung, sie könnten minderwertigem Olivenöl durch den Geschmack auf die Spur kommen. Doch selbst ein Test mit Experten ergab: die „Extra Virgin“ Olivenöle sind weder durch den Geschmack, noch durch den Geruch oder die Konsistenz von verschnittenen Ölen zu unterscheiden.

Der einzige Weg, sein Geld in ein hochwertiges und reines Olivenöl zu investieren, ist der Kauf bei einem kleinen Familienunternehmen. Sie produzieren Olivenöl meist schon über mehrere Generationen,  haben das nötige Know-How und bestehen immer die hohen Qualitätsstandards. Oft werden die Olivenöle auf  eigenen Webseiten angeboten, sodass man dort ganz bequem bestellen kann. Ein Geheimtipp: Die Firma Brist aus Vodnjan/ Kroatien. Sie haben ausgezeichnete Olivenöle, versenden in speziell hergestellten Thermo-Boxen und bemühen sich zudem um vernünftige Versandkosten.

Unterstützen Sie die kleinen, ökologisch geführten Olivenölfarmen. Sie scheuen weder Mühe noch Kosten, um beste Qualität zu liefern. Unsere Gesundheit sollte es uns wert sein und die Bauern haben es allemal verdient.

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